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Trauerbegleitung macht Sterbenden und Angehörigen Mut und klärt dringende Sinnfragen

Imagekasten zum Thema Trauerbegleitung „Servus Opa“, sagte ich leise. „Unser geliebter Großvater, Vater, Ehemann, Bruder, Onkel und Schwager ist im hohen Alter friedlich eingeschlafen.“

So lesen wir es in der Traueranzeige. Dahinter: Viele einzelne Geschichten. Bis eben noch: Lebensgeschichten. Auch die eigenen. „Mein Bruder ist gestorben, der mich früher immer aus allem raus gehauen hat und auch zuletzt immer für mich da war.“ „Mein Ehemann, dessen liebevollen Blick ich wohl nie vergessen werde.“ „Mein Vater, der mich manchmal durch seine Weisheit zur Weißglut gebracht hat.“ „Mein Großvater, in dessen Bücherregal ich immer so aufregende Funde gemacht habe.“ Lebensgeschichten, die verabschiedet werden wollen. Teile auch eines Lebens, von denen die Trennung schwer fällt. Trauern ist eine ganz persönliche Angelegenheit. Sie braucht Zeit. Nicht immer sterben Menschen „alt und lebenssatt“. Unfälle und Krankheiten reißen Menschen mitten aus dem Leben, Kinder müssen sterben.

In vielen Kirchengemeinden gibt es daher feste Gruppen für trauernde Angehörige, die einen Menschen verloren haben. Gesprächskreise z.B. für Eltern, die ein Kind verloren haben, oder Angehörige nach einem Suizid in der Familie zum Beispiel. Hier können Erfahrungen ausgetauscht werden, kann Mutmachendes weitererzählt werden. Pfarrer und Pfarrerinnen sind da, wenn sie gebraucht werden, hören zu und bieten Begleitung.

Und nicht immer kommt der Tod „plötzlich und unerwartet“ – manchmal muss dem Tod ein fester Platz im Leben eingeräumt werden. Gerade die Fortschritte in der Medizin führen dazu, dass es immer mehr Menschen gibt, die durch Maschinen am Leben gehalten werden. Sie und ihre Angehörigen sind Grenzgänger, schwankend zwischen Hoffnung und Verzweiflung, es sind Menschen, die tiefe Erfahrungen machen, Fragen haben und Begleitung brauchen.

Die Pfarrer und Pfarrerinnen besuchen Schwerstkranke und ihre Angehörigen, begleiten sie, feiern das Abendmahl oder gestalten die Krankensalbung. Ehrenamtliche Besuchsdienste tragen in vielen Gemeinden und Krankenhäusern zu dieser Arbeit bei. Die Diakonie der Kirchen unterstützt die Angehörigen in ihrer Arbeit durch Seminare und professionelle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.