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Im Religionsunterricht erfassen Schüler die Welt in ihren vielfältigen Aspekten

Der ev. ReligionsunterrichtSinnfragen zwischen Kurvendiskussion und chemischen Experimenten. Wer hat sich nicht bei der Kurvendiskussion im Mathematikunterricht gefragt: „Wozu braucht man das?“ Was hat eine Schulklasse voller noch recht jungen Persönlichkeiten davon, zwei Flüssigkeiten zusammenzugießen und es knallen zu hören?“ Solche Zweifel lassen erkennen, dass die Sinnfrage äußerst umfassend ist und überall gestellt werden kann. Im Religionsunterricht steht sie im Mittelpunkt. Hier ist die Möglichkeit gegeben, sich im Verbund mit seinen Mitschülern mit Grundwerten auseinander zu setzen, Leitgedanken für das persönliche Leben zu entwickeln und Spiritualität zu begegnen.

Der Religionsunterricht möchte die Jugendlichen „offen“ halten für Lebensfragen. Sein Ziel ist, durch ein vertieftes Durchdringen der Wirklichkeit Schüler zu einem reflektierten Wirklichkeitsverständnis zu führen. Von grundlegender Bedeutung sind hierbei das Erfassen der Welt in ihren vielfältigen Aspekten, Fragen nach Hintergründen und Zusammenhängen, die Besinnung auf Möglichkeiten und Grenzen des Erkennens sowie die Beschäftigung mit Sinndeutungen.

Die Positionen der christlichen Kirchen zu den grundlegenden Fragen des Lebens kommen ebenso zur Sprache wie diejenigen anderer Religionen, beispielsweise des Judentums und des Islam. Die Schüler setzen sich mit möglichen Antworten auf Sinnfragen auseinander und finden auf diese Weise zu einer eigenen Wertehaltung. Es soll ihnen darüber hinaus ermöglicht werden, religiöse Inhalte mit ihren eigenen Erfahrungen abzugleichen. Gedanken über Tod und Leben, Liebe und Hoffnung sowie Krieg und Frieden geben Klärung, was der christliche Glaube für den Einzelnen bedeuten kann und wie der Glaube im Leben eines Menschen Platz findet.