Über 1541 mal in
ihrer Nähe. Unsere
Gemeindesuche findet die Gemeinde, die für Sie zuständig ist.
Größere Schrift? Mehr
Kontrast? Sehr gerne!
Lob & Tadel oder einfach mal die Meinung sagen.
Unsere aktuellen Meldungen
oder Pressemitteilugen auf
ihrer Homepage?
Wie hilfreich finden Sie diesen Artikel?
gut Bewertung 1 Bewertung 2 Bewertung 3 Bewertung 4 Bewertung 5 Bewertung 6 schlecht

Was wollen Sie im neuen Jahr?

Mehr außer mir sein

Mehr nehmen

Mir näher kommen

Mehr geben



nur Ergebnisse anzeigen


Es haben bisher 162 Benutzer abgestimmt
 
  • Diese Seite bei Technorati bookmarken.
  • Diese Seite bei Twitter bookmarken.
  • Diese Seite bei MySpace bookmarken.
  • Diese Seite bei Netvibes bookmarken.
  • Diese Seite bei Yahoo bookmarken.
  • Diese Seite bei Delicious bookmarken.
  • Diese Seite bei Mr. Wong bookmarken.
  • Diese Seite bei Stumpleupon bookmarken.
  • Diese Seite bei Facebook bookmarken.
  • Diese Seite bei Google bookmarken.
Spezial

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Lukas 18,27

Das Gottmögliche
 
„Wer kann denn selig werden?“ das ist die alles entscheidende Frage, in dem Abschnitt aus dem Lukasevangelium (18,18-30), aus dem die Jahreslosung 2009 entnommen ist. Oder mit anderen Worten: Wer kann gerettet werden? Wie erlangen die Menschen Gottes Heil? Wo finde ich das Leben, das sich wirklich lohnt? Jesus selbst beantwortet die Frage in der Erzählung vom reichen Jüngling so: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (18,27). Sehr ermutigend oder gar tröstlich klingt das nicht. „Du hast keine Chance, aber die musst du nutzen“ – so oder so ähnlich klingen ja gelegentlich die Aufforderungen in schier ausweglosen Situationen. Für Macher-Menschen oder den viel zitierten Homo Faber, der am liebsten alles allein macht, ist das ein Schlag. Die Botschaft Jesu hat aber noch einen zweiten Teil – Gott sei Dank: Bist du mit deinen Möglichkeiten am Ende, dann fängt Gott erst an. Alles klar? Keineswegs! Denn die Antwort Jesu muss sich im Rahmen meines eigenen Lebens als wahr erweisen. Sonst bleibt sie nur eine Phrase.
 
Es ist lohnend, sich mit dem Reichen, der uns in dieser Erzählung begegnet, zu beschäftigen. Der unternimmt ja viel, um vor Gott gut da zu stehen. Sein Orientierungsrahmen: die Gebote Gottes. Eine Ehe nicht aufs Spiel zu setzen, nicht zu töten, nicht zu lügen, nicht zu stehlen – das ist schon eine ganze Menge! Schließlich gibt es nicht wenige, die an diesen Geboten scheitern. Jesus ist das nicht genug. Der Reiche soll sein Hab und Gut verkaufen. Der Grund: Sein Vertrauen auf Gott ist nicht bedingungslos. Martin Luther sagt: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.“ Und deshalb auf Sicherungen verzichten, die uns daran hindern, das Heil ganz und gar von Gott zu erwarten – und eben nicht von unserer eigenen Leistung. Das ist „Die Gefahr des Reichtums“, wie der Abschnitt in der Luther-Übersetzung überschrieben ist. „Woran du dein Herz hängst, das ist eigentlich dein Gott“, formuliert Luther in seinem „Großen Katechismus“. Hier wird nicht Reichtum als solcher verurteilt, sondern seine Verzweckung. Nicht die Strukturen hat Jesus vor Augen, sondern den einzelnen Menschen.
 
Jesus ruft den Reichen in die Nachfolge. Er selbst lebt vor, das ihn erwartet. Ein Glaube, der sich nicht absichert. Das Halten der Gebote ermöglicht noch keine Nachfolge, wenn das erste Gebot, Gott über alles zu setzen, aus dem Blick gerät. Der christliche Glaube ist kein Gesetz, sondern ein Angebot – ein Geschenk. Unverfügbar. Umsonst. Gottes Heil kann der Mensch nicht selbst herstellen. In diesem Sinne gilt, dass das, was dem Menschen unmöglich ist, allein Gott möglich ist.
 
Dieses Angebot wollte der Reiche nicht eingehen. Er blieb traurig zurück. Aber diese Trauer ist ein erster Erkenntnisschritt. Petrus wird einige Kapitel später Jesus verleugnen (22,62) – und in seiner Trauer fast verzweifeln. Der verlorene Sohn ist in seiner aussichtslosen Lage über sein Handeln traurig geworden (15,17). Ihr jeweiliges Handeln ließ sich nicht mehr ungeschehen machen. Die Vergangenheit lässt sich nicht wieder gut machen. Im Lauf der Zeiten gibt es keinen Rückwärtsgang. Was einmal zerstört ist, lässt sich nicht wieder heilen. Jedenfalls nicht durch Menschen. Es gibt für uns Unmögliches. Aber der biblische Gott hat noch eine Option: seine Gnade. Sie allein lässt hoffen. Darauf in aller Gelassenheit zu vertrauen – das ist ein Geschenk: das Gottmögliche.
 
Udo Hahn

Der Autor, Oberkirchenrat Udo Hahn, leitet das Referat "Medien und Publizistik" im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Hannover. Er ist Vorsitzender der Evangelischen Buchhilfe e. V. Seine Auslegung zur Jahreslosung entnehmen wir mit freundlicher Genehmigung dem Heft "Auf dem Weg durch die Zeit 2009" (mit Gebeten, Monatssprüchen und Ökumenischem Bibel-Leseplan). Das Heft kann kostenlos unter www.buchhilfe.de bestellt werden.