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Zum Gedenken an die Christen im Irak
"Projekte für die Christen im Irak sind seit 1997 Thema in unserer Landeskirche, als Ausweitung der schon viel älteren Kontakte in den Tur Abdin (Südosttürkei)", beschreibt Thomas Prieto Peral, Kirchenrat der bayerischen Landeskirche, den Start der langjährigen Arbeit der ELKB für Christen im Irak. "Vermittelt durch das große Engagement von Pfarrer. Horst Oberkampf (Württemberg) reiste Oberkirchenrat Michael Martin 1997 und 1999 in die damalige alliierte Schutzzone im Nordirak. Bei den Besuchen ergab sich, dass einerseits Hilfe beim Aufbau von kirchlichen Ausbildungsstätten und Gemeindezentren gebraucht wurde, andererseits die christlichen Dörfer als wichtige Identifikationssymbole in ihren angestammten Siedlungsstrukturen wiederaufgebaut werden sollten."
Seither bestünde ungebrochener Kontakt zu zwei Organisationen jeweils mit Sitz in Dohuk, im kurdischen Norden des Irak: dem "Christian Aid Program Nohadra Iraq (CAPNI)" und der "Assyrian Aid Socitey (AAS)". Zahlreiche Entwicklungsprojekte seien durchgeführt worden, in 2008 und 2009 sei die Situation der christlichen Inlandsflüchtlinge aus dem Zentralirak ein Schwerpunkt der kirchlichen Hilfsarbeit gewesen. Hieraus habe sich zum Beispiel eine Nothilfe für Familien aus Mossul ergeben, ebenso wie Qualifikationsmaßnahmen für Frauen und Jugendliche in Dohuk, Niniveh, Telkaif und Kirkuk. "Die bisher durchgeführten Projekte für Christen im Irak haben einen Umfang von 510 000 Euro", informiert Prieto Peral.
"Eine wechselvolle Geschichte erlebt"
Der Kirchenrat der bayerischen Landeskirche äußert sich dahingehend aus aktuellem Anlass: Am Sonntag, 28. Februar, ist der diesjährige Sonntag Reminiszere als offizieller "Tag der verfolgten Christen". Der Rat der EKD und die Kirchenkonferenz als Vertretung der evangelischen Landeskirchen hatten sich bereits 2008 mehrheitlich für den Sonntag Reminiszere als offiziellen "Tag der verfolgten Christen" ausgesprochen. Dieses Jahr soll an diesem Sonntag besonders der Christen im Irak gedacht werden, deren Situation sich mit Blick auf die Ausübung ihres Menschenrechtes auf Religionsfreiheit ungebrochen schlecht darstelle.
"Unsere Fürbitte gilt heute besonders den christlichen Geschwistern im Irak. In mehr als zweitausend Jahren haben christliche Kirchen dort eine wechselvolle Geschichte erlebt", so die Verantwortlichen der EKD. "Seit den militärischen Operationen im Irak hat sich die Lage für Christinnen und Christen stark verschlechtert. Viele haben Haus und Existenzgrundlage verloren und sind vor kriminellen und terroristischen Angriffen in die Nachbarländer Syrien und Jordanien geflohen. Die Zurückgebliebenen leiden unter der instabilen Situation im Irak – auch und gerade als christliche Minderheit in dem muslimisch geprägten Land. Für sie wollen wir beten."
"Hilfe geben, wo immer es uns möglich ist"
Landeskirchenrat Prieto Peral ergänzt: "Wenn die Christen im Irak heute einer grausamen Verfolgung ausgesetzt sind, dann ist es unser Auf-trag, Hilfe zu geben, wo immer es uns möglich ist. Wir tun das im Respekt vor dem Glauben der Christen im Irak, nicht wie evangelikale Gruppen aus den USA als Missionare eines wahren Christentums, sondern als Geschwister im Glauben. Wir stimmen unsere Hilfe ab mit den Kirchen und Organisationen vor Ort und respektieren die Unterschiede in Glaube, Kultur und Wahrnehmung, die es ohne Frage gibt."

