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Wolfgang Schürger ist neuer Umwelt- und Klimabeauftragter
Würde jeder so denken wie der neue Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung der bayerischen Landeskirche – Erderwärmung, Klimaveränderung und Umweltverschmutzung wären schneller in den Griff zu bekommen. Wolfgang Schürger benutzt "konsequent" öffentliche Verkehrsmittel, schwingt sich öfter auf sein Fahrrad, und für Dienstreisen lässt er, wenn möglich, sein Auto in der Garage stehen und setzt auf die Bahn. "Ich schaue genau, wo ich mich bewusst für Umweltschutz einsetzen kann", sagt Schürger. Schließlich habe er als Umweltbeauftragter eine Vorbildfunktion, sagt der gebürtige Nürnberger.
In der Landeskirche ist Schürger kein Unbekannter. Als Referent für Diakonie und gesellschaftsbezogene Aufgaben hat er in den letzten sieben Jahren im Landeskirchenamt gearbeitet. Davor war Schürger Pfarrer in Pegnitz und Nürnberg. Während seines Theologiestudiums in Erlangen und Marburg hat er auch zwei Jahre in Brasilien verbracht. Seine Doktorabeit habe er dort geschrieben – und seine Begeisterung für dieses Land entdeckt, sagt er.
Drei große Aufgaben
Drei großen Aufgaben will sich Schürger während seiner dreijährigen Amtszeit widmen. Die einzelnen Kirchengemeinden in Bayern beim Umweltschutz unterstützen und sie miteinander vernetzen, die Landeskirche bei Klimafragen beraten und Kontakt zu Ministerien und Verbänden außerhalb der Kirche halten. "Umweltfragen haben in der Kirche noch einen viel zu niedrigen Stellenwert", meint Schürger. Dabei habe doch gerade die Kirche einen Schöpfungsauftrag. Klimaverantwortung müsse daher eine grundlegende Verantwortung von Christen werden, ist der 44-Jährige überzeugt. Umso mehr freut er sich, dass die Themen Klima und Umwelt eine immer höhere Bedeutung in der evangelischen Kirche bekommen. Bei der nächsten Landessynode im März stehen sie ganz weit oben auf der Tagesordnung.
Vorbildfunktion der Kirche
Schürger ist zwar erst kurz im Amt. Doch er weiß genau, was er will, und blickt optimistisch auf die kommenden drei Jahre. Ein flächendeckendes Umweltmanagement in Bayern für die 1.500 evangelischen Kirchengemeinden ist eines seiner Ziele. Alle Gemeinden sollen demnach mit ihren eigenen Umweltbeauftragten konsequent einen niedrigeren Energieverbrauch in ihren Einrichtungen durchsetzen. Oder überlegen, stärker auf erneuerbare Energien zu setzen. "Das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich", weiß Schürger. Doch deutliche Fortschritte seien in drei Jahren möglich. Am wichtigsten ist ihm aber, dass Umweltschutz etwas Selbstverständliches wird. Für die Gesellschaft und vor allem für die Kirche, die ihre Vorbildfunktion stärker wahrnehmen müsse.

