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"Wir vermitteln Sicherheit und Geborgenheit"
Die Evangelische Kinder- und Jugendhilfe Münchberg feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Mit welchen Gefühlen und Gedanken blicken Sie auf die vergangenen zehn Jahre zurück? Wie sieht Ihr Resümee aus?
Renate Müller: "Ein großes politisches Anliegen der letzten Jahre war die Qualitätssteigerung der Erziehungsarbeit. Damit einher geht ein zusätzlicher Dokumentationsaufwand, ohne dass dafür mehr Arbeitszeit zur Verfügung steht und bezahlt wird. In kleineren Einrichtungen ist dies mehr als in großen Organisationen zu spüren."
Peter Hahn: "Trotz großer Investitionen im ambulanten Bereich wurde deutlich, dass die Angebote und Möglichkeiten im stationären Bereich weiterhin gebraucht werden."
Müller: ". . . und trotz der erschwerten Bedingungen der letzten zehn Jahre (Kinder kommen nur noch aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Einrichtungen) schauen wir auch auf gelungene Erziehungsarbeit zurück, ob Rückführung in Familien oder ins eigenständige Wohnen."
Worin unterscheidet sich die Evangelische Kinder- und Jugendhilfe Münchberg von anderen Jugendhilfen? Was zeichnet sie ganz besonders aus?
Müller: "Wir haben viele langjährige Mitarbeiter, die manche Entwicklungen unserer Gesellschaft erlebt haben und mit beiden Beinen im Leben stehen. Nur so ist die Anforderung zu bewältigen."
Hahn: "Die Überschaubarkeit und Transparenz der Einrichtung vermitteln den Kindern und Jugendlichen Sicherheit und Geborgenheit. So verstehen sich alle Mitarbeiter von der Hauswirtschaft bis zum Fachdienst als Dienstgemeinschaft. Wichtig und unerlässlich ist uns auch die Zusammenarbeit mit Kirche und Gemeinde vor Ort."
Sie bieten ein umfangreiches Hilfsangebot für Jugendliche, sowohl stationär als auch ambulant. Welche neuen Angebote/Projekte/Ausbauarbeiten spezieller Bereiche haben Sie künftig in Planung?
Hahn: "Aktuell haben wir eine Familienwohngruppe in Bad Berneck mit vier bis fünf Plätzen eröffnet. Am Nachdenken sind wir, wenn es um Erziehungsstellen geht, in denen Kinder auch erwachsen werden dürfen."
Müller: "In der Planungsphase sind wir, das Angebot der Jugendsozialarbeit auch in der benachbarten Grundschule anzubieten."
Wie viele Kinder und Jugendliche nehmen die Angebote der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Münchberg jährlich im Durchschnitt in Anspruch?
Müller: "Im stationären Bereich haben wir seit Jahren alle Plätze belegt, die Jugendsozialarbeit an der Hauptschule in Münchberg-Poppenreuth wird sehr gut angenommen, und unser Hort ist auch für das nächste Schuljahr ausgebucht."
Frau Müller, Herr Hahn, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!
Interview: Almut Steinecke

