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"Wir müssen uns nicht allein auf uns selbst verlassen"
"Mit unserer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren", zitierte Dr. Johannes Friedrich in seiner Predigt. Mit diesen Worten anlässlich seiner Ansprache zur Vesper bei der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth wollte der Landesbischof keinen Unmut schüren, keine angstvolle Atmosphäre schaffen. Sondern lediglich darauf hinweisen, dass der Mensch nicht alles kontrollieren kann, dass er die Gelassenheit haben kann, sich einzugestehen, dass seine Macht begrenzt ist. Er sich also mit Ruhe einlassen kann "auf einen, der größer ist als wir": auf Gott. "Denn wir müssen uns nicht allein auf uns selbst verlassen", unterstrich der Landesbischof, "wir können und wir brauchen nicht alles allein zu tragen. Gott sei Dank! Im Vertrauen auf Gott können wir Halt und Orientierung finden."
Es war dem Landesbischof ein Anliegen, diese im Grunde selbstverständliche Haltung gläubiger Menschen einmal mehr hervorzuheben mit Blick auf das anbrechende neue Jahr 2010 und die Herausforderungen, die sich damit stellten. "Auch 2010 werden wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen, den Welthunger nicht und auch nicht die sozialen Gegensätze im wohl situierten Bayern", konstatierte Friedrich. Diese Erkenntnis sei zugegebenermaßen im gewissen Sinne frustrierend, wandele sich aber in ein kleines Stück Weisheit, angesichts der Unerschrockenheit, mit der Jesus dem Menschen in Form der Jahreslosung zurufe: "Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!" Denn dies meine keine Passivität basierend auf der völlig falschen Annahme ja sowieso nichts ausrichten zu können. Sondern dies spreche von einer "Entschlossenheit, Schwierigkeiten ins Auge zu sehen, und sie mutig anzugehen".
"Wachsam zum Frieden mahnen"
Die Unerschrockenheit Jesu Christi manifestiere sich in der Aufgabe des Menschen in der Kirche, die Politik unermüdlich daran zu erinnern, sich insbesondere und beständig der Armen und Schwachen anzunehmen, ihr Politiker-Sein nicht nur darin zu begreifen, nach Wählergunst zu schielen. Auch hierbei thematisierte Friedrich das Thema Grenzen, denn "natürlich kanne es nicht Aufgabe der Kirche sein, den Politikern vorzuschreiben, wir sie zu regieren haben. Dazu fehlte uns bei allem Engagement auch die Sachkompetenz". Gleichwohl sei es aber unbedingte Aufgabe der Kirche, wachsam zum Frieden zu mahnen, so, wie es etwa auch die EKD-Vorsitzende Margot Käßmann mit Blick auf den Einsatz in Afghanistan unlängst getan hätte.
Lesen Sie hier die komplette Predigt von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich im Original-Wortlaut!

