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Wieviel Fleisch braucht der Mensch?
Fleisch liefert mehr Energie als pflanzliche Lebensmittel. Fleisch enthält unentbehrliche Aminosäuren, stellt vollwertiges Eiweiß dar. Fleisch enthält Mikronährstoffe, die in pflanzlichen Lebensmitteln nicht oder zu gering vorkommen. Insofern ist Fleisch unverzichtbar - zu diesem Ergebnis kommt Prof. Hans K. Biesalski, Direktor des Instituts für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim.
Mit seinem Essay "Wieviel Fleisch braucht der Mensch?" eröffnet Biesalski den neuen Umweltbrief, herausgegeben von Dr. Wolfgang Schürger, dem Beauftragten für Umwelt- und Klimaverantwortung, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB). Der neue Umweltbrief beschäftigt sich mit dem Jahresthema 2010 "Zukunftsfähige Ernährung" und richtet den Focus dabei unter anderem auf den Verzehr von Fleisch: Welches Maß ist gesund? Eine Frage, die sich natürlich auch jetzt gerade in der Passionszeit anbietet, in der es um Verzicht geht, der unter Umständen die Balance zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig im Leben wieder herzustellen vermag - auch mit Blick auf Ernährung.
"Weder auf das Steak noch auf das Huhn verzichten"
Biesalski zitiert gleichwohl unter anderem die "Nationale Verzehrsstudie 2009", die zeige, dass auf den Verzehr von Fleisch eigentlich nicht völlig verzichtet werden kann. "Die Empfehlung für die tägliche Zufuhr von Zink und Eisen wird gerade bei älteren Menschen (besonders bei Frauen) in mehr als 50 Prozent nicht erreicht. Unterversorgung mit Eisen und Zink begünstigt Infektionskrankheiten, während eine schlechte Versorgung mit Vitamin B12 im Zusammenhang mit Demenzentwicklung zu stehen scheint", so der Professor.
Eine Ernährung, die völlig auf Fleisch und tierische Produkte verzichtet, sei auf Dauer nicht gesund. Wenn es um Fleisch und Fleischprodukte geht, so kann man den täglichen Verzehr auf 70 Gramm einschränken (entsprechend ca. 500 Gramm pro Woche). "Bei Fleisch bedeutet dies, dass man weder auf das Steak noch auf das Huhn verzichten muss", sagt Biesalski.
Hintergrund und Sinn des Fastens
Wer seinen persönlichen Passionsplan also auf den totalen Verzicht von Fleisch ausgerichtet hatte, sollte sich überlegen, ob ein sanftes Sowohl-Als-Auch nicht doch gesünder ist, als ein radikalies Entweder-Oder; Biesalski zumindest empfiehlt "eine ausgewogene durchaus
vegetabil betonte Mischkost, die moderate Mengen an Fleisch enthält".
Darüber hinaus beschäftigt sich der aktuelle Umweltbrief auch in anderweitiger Hinsicht mit dem Jahresthema "Zukunftsfährige Ernährung". Da setzt sich Marion Ruppaner, Agrarreferentin des Bundes Naturschutz in Bayern e.V., etwa mit dem Für und Wider von Bioprodukten auseinander, dessen Mehrpreis nach wie vor ein Einkaufshemmnis bleibe, deren Qualität aber ungeschlagen sei.
Der Hunger in der Welt - und was dieser mit uns zu tun hat
Da reflektiert Dr. Jürgen Bergmann, Leiter des Referats "Entwicklung und Politik" des Centrums Mission EineWelt in Neuendettelsaus den Hunger von über 1000 Millionen Menschen in der Welt - und was dieser mit und zu tun hat. Und, natürlich: auch der Hintergrund und der Sinn des Fastens steht im Mittelpunkt des Interesses. Andreas Ebert, Pfarrer an St. Lukas und Leiter des Spirituellen Zentrums St. Martin in München, setzt sich mit der Passionszeit historisch-spirituell auseinander.
Den kompletten Umweltbrief lesen Sie hier!
Informationen zur kirchlichen Umweltarbeit finden Sie hier!

