Pressemitteilung vom 4.11.2009
Mit himmlischer Erleichterung auf Schönheitsideale pfeifen
Münchner Regionalbischöfin predigt vor Synode der Evangelischen Kirche in Österreich
Evangelischer Glaube ist Ausdruck eines Gottvertrauens, „das persönliche Freiheit mit Verantwortung für sich selbst und für andere verbindet“, so die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler, heute in einer Predigt in Salzburg vor der Synode der Evangelischen Kirche in Österreich. Es sei Ausdruck starker evangelischer Autonomie, nicht blind zu gehorchen oder sich fraglos irgendwelchen Traditionen unterzuordnen, sondern stattdessen zuzuhören, nachzudenken, abzuwägen und selbst verantwortlich zu entscheiden. Dabei müssten Christen immer ihre Mitmenschen und die Gemeinschaft selbstkritisch im Blick haben.
Evangelisches Christsein befähige zu kritischer Distanz gegenüber den Mächten „auf den Bühnen des Weltgeschehens“, aber auch gegenüber den Kräften, „die in uns selbst nach Dominanz streben“, betonte Breit-Keßler. Das Sterben Jesu am Kreuz sei der „Kontrapunkt zu allen Versuchen, sich selber zu rechtfertigen und andere anzuschuldigen“. Mit Hinweis auf die „täglichen Schweißausbrüche im süchtig aufgesuchten Fitness-Studio“, Schlankheitspillen oder schmale Modeschuhe sei es eine „himmlische Erleichterung“, so die Regionalbischöfin, auf die gegenwärtigen Schönheitsideale „pfeifen“ und sich in evangelischer Freiheit „mit den Spuren der Jahre und der Erfahrungen an Körper und Seele teils melancholisch, teils fröhlich“ identifizieren zu können.
München, 4. November 2009
Johannes Minkus, Pressesprecher

