Pressemitteilung vom 29.5.2009

Die Gesellschaft ins Gebet nehmen

Pfingstpredigt: Landesbischof ruft auf zu couragiertem Einsatz für Gesellschaft – Lob für Altenpflegerinnen, die auf Missstände in Pflegeheim hingewiesen hatten - 75 Jahre Barmer Theologische Erklärung

Der Heilige Geist ist der Garant dafür, dass das Band zwischen Gott und Menschen nicht abreißt, so Landesbischof Johannes Friedrich in seiner Pfingstpredigt heute im Rahmen des 100-jährigen Bestehens des Gemeinschafts-Diakonissenmutterhauses Hensoltshöhe in Gunzenhausen. Die Bindung an Christus rufe alle Gläubigen auf zu „wacher Zeitgenossenschaft“, die die Gesellschaft „ins Gebet nimmt und sich couragiert zu Wort meldet“, sagte der Landesbischof.

In diesem Zusammenhang dankte Friedrich dem couragierten Einsatz der beiden Frauen, die „mit voller Namensnennung Missstände in einem Altenpflegeheim der Diakonie“ aufgedeckt hatten. Gleichzeitig würdigte der Landesbischof den Dienst aller Mitarbeitenden in den Pflegeheimen der Diakonie, die in der Regel ihren schweren und anstrengenden Dienst so tun, „dass die alten Menschen merken, dass die bis zum letzten Atemzug von Gott geliebte Menschen sind und darum bis zum letzten Atemzug in Würde geehrt und gepflegt werden“. Kirche und Diakonie stünden in der Verantwortung, alles zu tun, dass die Liebe zu den Menschen „immer sichtbar“ sei, auch dann, wenn Fehler gemacht würden. Friedrich: „Wir dürfen Fehler nicht vertuschen, sondern müssen dazu stehen und versuchen, es in Zukunft besser zu machen“. Gleichzeitig müssten auch die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte dringend verbessert werden, um Überforderungen zu vermeiden.

In seiner Predigt erinnerte Landesbischof Friedrich auch an die Barmer Theologische Erklärung, die auf den Tag genau vor 75 Jahren unterzeichnet worden war. Damals wie heute würden Christen vor der Frage stehen „wie unterscheiden wir zwischen Gottes Geist und dem Ungeist unserer Zeit?“ so Friedrich. Mit der Barmer Theologischen Erklärung sei damals ein Dokument „einzigartiger theologischer Dichte und Prägnanz“ entstanden, das mit seinem Bekenntnis zur alleinigen Herrschaft Jesu Christi dem totalitären Führerstaat seine Berechtigung entzogen habe. Friedrich: „Ich sage es als bayerischer Landesbischof sehr deutlich: Ich bin unseren Vorvätern sehr dankbar dafür, dass sie diese Barmer Theologische Erklärung verabschiedet haben“. Schließlich sei der bayerische Oberkirchenrat Thomas Breit neben Karl Barth und Hans Asmussen einer der Väter dieses „wichtigsten Glaubenszeugnisses des vergangenen Jahrhunderts“ gewesen.

München, 29. Mai 2009
Johannes Minkus , Pressesprecher


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