Pressemitteilung vom 29.10.2009

„Ethikberatung ist Qualitätsmerkmal“

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler lobt Einrichtung von Ethikbeirat bei Innerer Mission München

Als einen „längst überfälligen Schritt“ hat die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler heute die Einführung eines Ethikbeirats für alle Senioren-Einrichtungen der Inneren Mission München gelobt. Im Rahmen der ersten Sitzung des neu geschaffenen Gremiums rief Breit-Keßler dazu auf, die Würde alter Menschen besonders zu achten, gerade in einer Gesellschaft, die Menschen bevorzuge, die „jung, schön, vital, leistungsfähig, effizient und erfolgreich“ seien.

„Ethikberatung ist Qualitätsmerkmal“, so Breit-Keßler. „Ethische Wachsamkeit und Sensibilität für die Bedürfnisse“ der Bewohnerinnen und Bewohner seien unerlässliche Voraussetzung, um die schwierigen Situationen und Entscheidungen in den Einrichtungen der Altenpflege bewältigen zu können.

Kritik äußerte Breit-Keßler an der Bezeichnung „Kostenfaktor Mensch“ für den Dienst einer „zugewandten und fürsorglichen“ Pflege.

Übliche Marktkriterien“ könnten niemals letzter Maßstab sein für diakonisches Handeln, denn Leben lasse sich nicht „unter dem Diktat der Wirtschaftlichkeit gestalten“, stellte die Regionalbischöfin klar. Dauernde finanzielle Deckelung verletze auch die Würde der in der Pflege Beschäftigten „wenn die Helfenden in ihrem Idealismus, mit ihrem Wertesystem und ihrer menschlichen Güte wirtschaftlich ausgebremst oder Kosten auf ihrem Rücken und dem der Bedürftigen abgeladen werden“ kritisierte Breit-Keßler.

Die Innere Mission München hat als erster Altenhilfe-Träger in Bayern einen Ethikbeirat berufen. Im gehören Mitarbeitende aus den Alten-Einrichtungen der Inneren Mission München und externe Experten an. Zu den Aufgaben des Beirats gehört u. a. die ethische Beratung und Fortbildung der Mitarbeitenden.

München, 29. Oktober 2009
Johannes Minkus, Pressesprecher


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