Pressemitteilung vom 27.11.2008
Wort aller kirchenleitenden Organe zur Entwicklung des christlichjüdischen Verhältnisses
Landessynode, Landesbischof, Landessynodalausschuss und Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern haben heute bei der Synodaltagung in Straubing ein „Wort aller kirchenleitenden Organe zur Entwicklung des christlich-jüdischen Verhältnisses“ verabschiedet.
Zehn Jahre nach der Erklärung „Juden und Christen“ bei der Herbstsynode 1998 in Nürnberg nimmt die Kirchenleitung der bayerischen Landeskirche vor allem Aufgaben für die künftige Entwicklung des christlich-jüdischen Verhältnisses in den Blick. Besonders in Aus- und Fortbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen sollen die Themen des christlich-jüdischen Dialog fest verankert werden. Gefordert wird auch eine kritische Auseinandersetzung mit den antijüdischen Äußerungen Martin Luthers. Der Dialog von Christen und Juden soll künftig über den religiösen Bereich hinaus auch praktische Bedürfnisse der jüdischen Gemeinden – z.B. die Integration russischer Juden - ernst nehmen. Konkret stellt das Wort fest, dass für die Bayerische Landeskirche alle Aktivitäten undenkbar sind, die das Ziel einer Konversion von Juden zum Christentum verfolgen. Die Existenz des Staates Israel soll in keiner Weise in Frage gestellt werden. Kritik an der Politik des Staates Israel darf nicht für neuen Antisemitismus mißbraucht werden.
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