Pressemitteilung vom 23.12.2009
Landesbischof predigt in Weihnachtskirche in Bethlehem
Die Botschaft von Weihnachten dürfe sich nicht nur auf ein warmes Gefühl während der drei Weihnachtstage beschränken, sondern müsse zu einer Grundhaltung der Mitmenschlichkeit während des ganzes Jahres führen, betonte Landesbischof Johannes Friedrich heute in seiner Weihnachtspredigt aus der lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem. Doch angesichts der Probleme im palästinensischen Bethlehem falle es ihm schwer, fröhlich zu sein, bekannte Friedrich. „Nur weil heute Weihnachten ist, ist ja der Friede hier in Palästina und Israel nicht näher gerückt. Da möchte ich am liebsten resignieren“.
Doch in der 100jährigen Geschichte der Weihnachtskirche in Bethlehem sei deutlich erkennbar, „was es heißt, die Freundlichkeit und Menschenliebe an andere weiterzugeben“, so Friedrich. Auch als israelische Besatzungssoldaten im Jahr 2000 die Schule und die Umgebung der Kirche zerstörten, hätten sich Pfarrer Mitri Raheb und seine Gemeinde „nicht unterkriegen lassen“, weiterhin aus der Liebe Gottes zu leben. Ein daraufhin neu errichtetes Kirchenzentrum habe vielen Frauen und Männern einen Arbeitsplatz gegeben und allen Menschen in Bethlehem die Hoffnung, „dass ein normales Leben einmal möglich sein wird“, berichtete Friedrich.
Mit dem kleinen Jesuskind habe Gott ein Beispiel gegeben, „wie man als Mensch leben kann, auch wenn man leidet, auch wenn Menschen einen bedrücken“, hob Friedrich hervor.
Freundlichkeit, Menschenliebe und Barmherzigkeit seien mit diesem Kind in die Welt gekommen. „Wer darauf vertraut, wird selbst ein anderer“, so der Landesbischof.
Hinweis: Der Gottesdienst aus der Weihnachtskirche in Bethlehem wird live vom Bayerischen Fernsehen am 25. Dezember um 10 Uhr übertragen.
München, 23. Dezember 2009
Johannes Minkus, Pressesprecher

