Pressemitteilung vom 22.12.2008
Die Passauer Ereignisse im Visier
Wir geben Ihnen eine Pressemitteilung der Geschäftsführerin des „Bayerischen Bündnisses für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ zur Kenntnis:
Das „Bayerische Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ agiert seit mehr als drei Jahren intensiv gegen den Rechtsextremismus im Freistaat
Die Vorkommnisse in Passau und das mutmaßliche Neonazi-Attentat auf Polizeichef Alois Mannichl haben auch das „Bayerische Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ noch stärker auf den Plan gerufen als bislang. „Durch die gegenwärtigen Entwicklung besteht die Notwendigkeit, noch kämpferischer als bisher gegen rechtsextreme Umtriebe in Bayern vorzugehen“, betont Dr. Johannes Friedrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Schirmherr des Bündnisses.
Das Bündnis, das sich im Jahr 2005 in München konstituierte, legt seine Schwerpunkte auf Toleranzarbeit, Demokratieerziehung, Plädoyers für Menschenwürde, ein friedliches Miteinander und Integration. Federführend bei der Gründung des Bündnisses waren die evangelische und katholische Kirche, die Israelitische Kultusgemeinde sowie das Bayerische Innen- und das Kultusministerium. Insgesamt 23 Partner aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Sport und anderen gesellschaftlichen Bereichen gehören dem Bündnis heute an. Unter den Partnerinstitutionen finden sich z.B. der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband, der Landessportverband, die kommunalen Spitzenverbände, die Zeitungsverleger ebenso wie der DGB und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.
Über verschiedenste Methoden geht es dem Bündnis darum, auf rechtsextremistische Tendenzen in unserer Gesellschaft und auf die zurückgehende Sensibilität gegenüber der vom Neonazismus ausgehenden Gefährdung des Rechtsstaates zu reagieren. Im Fokus steht dabei der Gedanke, vor allem Jugendliche als aktive demokratische Staatsbürger zu gewinnen und ihnen den Mut zu geben, sich kreativ und engagiert gegen billigen Populismus und aggressiven Radikalismus zu stellen. „Extremismus darf nirgends, erst recht nicht in Deutschland toleriert werden“, zieht Friedrich das Fazit. Der traurige Vorfall in Passau rücke die gewichtige Arbeit gegen den Rechtsextremismus nun ganz entscheidend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Jetzt zeige sich zugleich, dass die Bürger in Bayern es nicht dulden, wenn Leben und Menschenwürde mit Füßen getreten werde; keiner dürfe tatenlos mit ansehen, wenn Rassismus, Antisemitismus und fanatischer Nationalismus unsere Freiheit und den demokratischen Frieden bedrohe.
Dass diese Botschaft bis in die feinsten Äderchen der Gesellschaft vordringt, ist zentrales Anliegen vom Bayerischen Bündnis für Toleranz. Und es bietet Unterstützung, Koordinierung, Beratung und Vernetzung von Aktivitäten aller Art für Menschen aller Herkunft und Altersgruppen im Freistaat Bayern. Entschiedenes Handeln gegen Rechtsextremismus vor allem auf präventiver Ebene und die Unterstützung der aktiven bunten Bürgerbewegung, die längst auf breitester Basis die Auseinandersetzung mit den braunen Rattenfängern sucht, findet im Bayerischen Bündnis für Toleranz seit nunmehr drei Jahren ganz nachhaltig statt. Mit Fachgesprächen, Vorträgen, Informationsveranstaltungen, Themenabenden und Workshops arbeitet vor allem auch die Projektstelle gegen Rechtsextremismus – eine Einrichtung, die gemeinsam vom Bündnis und der Stadt Wunsiedel getragen wird – in diese Richtung.
Kontakt und weitere Informationen:
Dipl.-Germ. Simone Richter
Leiterin der Projektstelle gegen Rechtsextremismus
Geschäftsführerin beim Bayerischen Bündnis für Toleranz - Demokratie und Menschenwürde schützen
Evangelisches Bildungs- und Tagungszentrum
Markgrafenstraße 34
95680 Bad Alexandersbad
Tel. 09232/9939-23
Fax 09232/9939-99
Email: richter@ebz-alexandersbad.de
www.bayerisches-buendnis-fuer-toleranz.de
München, 22. Dezember 2008
Johannes Minkus, Pressesprecher

