Pressemitteilung vom 19.1.2010
Ökumene braucht Kultur gegenseitigen Respekts
Landesbischof Friedrich predigt im zentralen ökumenischen Gottesdienst der Gebetswoche für die Einheit der Christen im Münchner Dom
Zu einer ökumenischen Kultur des gegenseitigen Respekts und Zuhörens hat Landesbischof Johannes Friedrich heute im zentralen Gottesdienst für die Einheit der Christen in der Münchner Frauenkirche aufgerufen. Den Respekt vor den Traditionen anderer Konfessionen könne man trainieren, so Friedrich, indem man sich in das „religiöse Erleben und Denken“ der anderen Konfession einfühle.
Die Bibel fordere alle Christen dazu auf, gemeinsam den auferstandenen Christus zu bezeugen und nicht in erster Linie ihre eigene Glaubenstradition bewahren zu wollen, betonte der Landesbischof, der den Gottesdienst gemeinsam mit Erzbischof Reinhard Marx und Pfarrer P. Deuscoros El Antony von der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde St. Mina in München leitete. Im Gottesdienst wirkten auch der katholische Präsident des ÖKT, Alois Glück, sowie die evangelische Generalsekretärin Ellen Überschär und der katholische Generalsekretär des ÖKT, Stefan Vesper mit.
Ausdrücklich lud Landesbischof Friedrich zum Zweiten Ökumenischen Kirchentag im Mai nach München ein. Diese Veranstaltung biete die gute Chance, in den Christinnen und Christen anderer Konfessionen Zeugen des auferstandenen Christus zu erkennen „und sie dementsprechend wertzuschätzen“.
Am Ende des Gottesdienstes entzündeten die beiden Generalsekretäre des Ökumenischen Kirchentages und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Kerzen und teilten sie an die Besucher des Gottesdienstes aus. Diese Aussendung des Lichts brachte zum Ausdruck, dass jeder Christ Zeugnis für den auferstandenen Christus in dieser Welt geben soll.
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird seit 102 Jahren begangen, in den Ländern der nördlichen Erdhalbkugel vom 18. bis 25. Januar, auf der Südhalbkugel in der Woche vor Pfingsten. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Er ist auferstanden – und wir sind seine Zeugen“. Die Gebetsordnung wurde in diesem Jahr von den Kirchen in Schottland vorbereitet. In vielen Gemeinden ist die Gebetswoche zu einem festen Bestandteil des ökumenischen Lebens geworden.
München, 19. Januar 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher

