Pressemitteilung vom 19.01.2009

Landesbischof setzt sich für musische Bildung bei Kindern ein

Die Bedeutung von musischer Bildung für Kinder hat Landesbischof Dr. Johannes Friedrich heute im Rahmen des Jahresempfangs der Evangelischen Akademie in Tutzing hervorgehoben. Wenn die evangelische Kirche von Bildung spreche, habe sie stets den ganzen Menschen im Blick „mit seinen geistigen, seelischen und religiösen Bedürfnissen“, so Friedrich. Er sprach sich dafür aus, Kinder möglichst früh mit „Klang, Tanz, Kunstwerken und Literatur“ in Berührung zu bringen.
 
Friedrich würdigte das breite kulturelle Angebot für Kinder, angefangen von musikalischer Frühförderung über Tanzpädagogik und Kinderkirchenführungen bis zu Bibliotheksnächten und Kinderkultursommer. Besondere Aufmerksamkeit, so der Landesbischof, müsse den Kindern gelten, die bislang keinen Zugang zu musischer Bildungen fänden: Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, Kinder, die sich selbst überlassen seien und deren „Neugier ins Leere“ gehe, sowie Kinder mit Migrationshintergrund, deren sprachliche Barrieren die Begegnung mit Kultur erschwerten.
 
Da Bildung in der Informationsgesellschaft maßgeblicher Schlüssel zur Armutsprävention sei, forderte Friedrich alle Anstrengungen der Gesellschaft, dass auch Kindern aus sozial schwachen Milieus der Zugang zu Bildung ermöglicht werde. Die sei nur mit einer Stärkung der Familien zu erreichen. Dringend erforderlich, so Friedrich, seien finanzielle Erleichterungen in der Elternzeit, verbesserte Wiedereinstiegschancen für Frauen in den Beruf, Arbeitszeiten, die mit der Kinderbetreuung vereinbar sind und die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl Betreuungsplätzen. Vordringliche Aufgabe von Staat und Kirchen sei es, das Angebot an Krippenplätzen auszuweiten und die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten besser und flexibler an die Arbeitszeiten der Eltern anzupassen.
 
München, 19. Januar 2009
 
Johannes Minkus , Pressesprecher


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