Pressemitteilung vom 16.1.2009

Der Regionalbischof als Gehilfe der Freude
Einführung von Michael Grabow als neuer Regionalbischof des Kirchenkreises Augsburg

Als "Gehilfe der Freude" will Michael Grabow (54) sein neues Amt als Regionalbischof des Kirchenkreises Augsburg ausfüllen. Ein Regionalbischof sei nicht "Schiedsrichter, sondern er richtet das Fest an". Grabow will inspirieren und in einem "Klima der Freude" Raum schaffen für den "furchtlosen Umgang mit der Wirklichkeit", so der frühere Dekan von Rosenheim in seiner Predigt im Einführungsgottesdienst heute in der Augsburger St. Ulrichskirche. Grabow warb für "ein Leben in Fülle", mit "Höhen und Tiefen, mit Festtag und Alltag, mit allem Glanz und mit allem Leid". Gleichzeitig warnte Grabow vor selbstauferlegten Einschränkungen, wenn man an das Leben "den Rechenstift anlegt" und nur nach den "Gesetzen des Marktes" lebe. Diese Einstellung widerspreche dem von Jesus verheißenen Leben in Fülle und führe dazu, "Alte, Kranke und Menschen mit Behinderung" nur noch als "Kostenfaktor" zu sehen. Solche Moral zerstöre "das Leben in seiner Fülle". Grabow: "Wer einmal mit Behinderten zu tun hatte, der weiß, wie viel sie anderen geben können an ansteckender Fröhlichkeit, an Zuwendung und Nähe". Wer meine, aus wirtschaftlichen Gründen auch an Sonntagen und Feiertagen arbeiten zu müssen, der opfere "Lebensfreude, Lebenssinn und Lebensfülle".
 
Landesbischof Johannes Friedrich erinnerte daran, dass die "vornehmste Aufgabe" eines Regionalbischofs im Festhalten an der Lehre von der "Rechtfertigung allein aus Glauben" bestehe. Nicht durch eigene Leistung, auch nicht durch die Leistung eines "noch so eifrigen und guten" Regionalbischofs "stehen wir vor Gott gut da", sondern "allein aus Gnaden wegen Christus". Friedrich ermutigte daher den neuen Regionalbischof, auf sich selbst und seine Familie zu achten. Familie und eigene Gesundheit dürften nicht dem beruflichen Engagement zum Opfer fallen. Auch in dieser Hinsicht solle ein Regionalbischof den Mitarbeitenden in der Kirche ein Vorbild sein und einen Tag in der Woche arbeitsfrei halten und sich Zeit nehmen für seine Familie, hob Friedrich hervor.
 
Die Präsidentin der Landessynode, Dorothea Deneke-Stoll gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass Grabow, als ehemaliges "erfahrenes und engagiertes" Mitglied der Landessynode auch im neuen Amt als Regionalbischof der Synode verbunden und gewogen bleiben möge. Sie erinnerte daran, dass Grabow seit 2002 der Synode angehörte, Mitglied war im Organisationsausschuss und Sprecher des synodalen Arbeitskreises "Offene Kirche".
 
 
München, 16. Januar 2009
Johannes Minkus , Pressesprecher
 


Ende des Inhalts. Um zur Navigation zu springen drücken Sie