Pressemitteilung vom 14.5.2010
Landesbischof Friedrich: Eucharistische Gastfreundschaft ist möglich!
Friedrich: Eucharistische Gastfreundschaft würde Leid der Menschen in konfessionsverschiedener Ehe aufheben
Das theologische Verständnis von Abendmahl erlaube durchaus, dass eine Vereinbarung über eucharistische Gastfreundschaft zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche abgeschlossen werden könne, so der bayerische Landesbischof und Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Johannes Friedrich, heute bei einer Veranstaltung des 2. Ökumenischen Kirchentags in München. Das Thema Abendmahl sei „ausführlich und erschöpfend von evangelischen wie katholischen Fachleute verhandelt und geklärt“ worden. Klärungsbedarf gäbe es keinen mehr – „es fehlen nur die Taten“, so Friedrich.
Friedrich erinnerte daran, dass bereits 1975 die Generalsynode der VELKD beschlossen habe, dass der „Zugang zum Tisch des Herrn im Grundsatz jedem getauften Christen offensteht, der im Vertrauen auf Christi verheißendes Wort hinzutritt“. Darum seien bei evangelischen Abendmahlsfeiern Menschen, die in konfessionsverschiedener Ehe lebten, „herzlich willkommen“. Gleichwohl respektiere er, so Friedrich, „dass die römisch-katholische Kirche dies für ihre Gläubigen anders sieht“.
Friedrich wiederholte seinen Vorschlag, auch zwischen evangelischer und katholischer Kirche eine Vereinbarung über die gegenseitige Einladung zur Feier der Eucharistie zu schließen, wie sie seit 25 Jahren zwischen evangelischer und alt-katholischer Kirche in Kraft ist. Diese Vereinbarung gehorche dem Auftrag Jesu, „dass seine Kirche einig und eins sei“, auch wenn zwischen beiden Kirchen noch keine vollständige Übereinstimmung in Fragen der Abendmahlslehre erreicht worden sei.
Eine derartige Vereinbarung auch zwischen evangelischer und katholischer Kirche könne insbesondere „das Leid der Menschen in konfessionsverschiedener Lebensgemeinschaft aufheben“ und gleichzeitig „ein Zeichen für den erklärten Einheitswillen unserer Kirchen“ setzen, so Friedrich.
München, 14. Mail 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher

