Pressemitteilung vom 12.01.2010

Landesbischof: Kirche muss Finger in offene Wunden legen!

Predigt vor CSU-Abgeordneten in Wildbad Kreuth
Landesbischof Friedrich lobt Käßmanns Beharrlichkeit

Die Kirche habe die Aufgabe, die Botschaft vom Wert und der Würde jedes einzelnen Menschen vor Gott unerschrocken zur verkündigen, zum Frieden zu mahnen und „immer wieder den Finger in offene Wunden zu legen“, so Landesbischof Johannes Friedrich heute in einer ökumenischen Andacht gemeinsam mit Erzbischof Reinhard Marx vor CSUAbgeordneten in Wildbad Kreuth.

Nachdrücklich stelle sich Friedrich hinter die kritischen Äußerungen der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann zum Krieg in Afghanistan: „Für diese Beharrlichkeit bin ich Margot Käßmann sehr dankbar“. Der Krieg dürfe niemanden in Ruhe lassen, „genauso wenig er die Familien der Soldaten in Ruhe lässt, die in unserem Auftrag in Afghanistan Tag für Tag ihr Leben in Gefahr bringen.“ Er habe hohen Respekt vor dem Einsatz der Soldaten, würde sich aber „auch ihretwegen“ Alternativen zum militärischen Eingreifen in Afghanistan wünschen, betonte Friedrich.

Weiter rief der Landesbischof die Abgeordneten dazu auf, „dem Leben zu trauen, weil Gott es mit uns lebt“. Er wünschte ihnen, „immer wieder den Mut zu finden, für das einzutreten, was ihre innerste Überzeugung ist – auch wenn sie dafür keinen Applaus ernten“.

München, 12. Januar 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher


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