Pressemitteilung vom 10.4.2009
"Gott anrufen – nicht Gott abschreiben"
Karfreitagspredigt von Landesbischof Friedrich in Regensburg
Angesichts der Selbstmordanschläge in Badgad, der tausendfachen Vergewaltigung einer jungen österreichischen Frau durch ihren Vater und er „vielen kleinen Tode, die unser Leben säumen“ hat der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich in seiner Karfreitagspredigt die Christen dazu aufgerufen, „Gott anzurufen“, aber nicht „Gott abzuschreiben“. Christen seien keine Unheilspropheten, sondern schöpften Mut aus ihrem Glauben an den gestorbenen und auferstandenen Christus. „Wir geben uns selbst, andere Menschen und diese Welt niemals auf“ rief Landesbischof Friedrich den versammelten Gläubigen in der Regensburger St. Oswald Kirche zu.
Auch wenn viele Menschen versuchten, ihr „tägliches Leben ohne Gott zu bewerkstelligen“, werde die Frage „Wo warst du, Gott?“ angesichts von Katastrophen wie dem Amoklauf in Winnenden immer wieder neu gestellt. Der sterbende Jesus am Kreuz zeige, dass das Leid „kein Betriebsunfall“ sei, sondern zur Lebenswirklichkeit gehöre. Gerade dort sei Gott anwesend. „Ich bin froh“, so Friedrich, „dass mein Gott, an den ich glaube, über menschliches Leid und die Leiden dieser Welt nicht gleichgültig hinweg geht“ oder Gott nur eine moralische Weltverbesserungsdistanz“ sei. Weil Gott für die Schuld des Menschen in die Bresche springe, sei das Kreuz „die Mitte unseres Glaubens“.
Hinweis:
Der Karfreitagsgottesdienst aus der St. Oswald-Kirche in Regensburg wird live von Bayern1 im Rundfunk übertragen.
München, 10. April 2009
Johannes Minkus, Pressesprecher

