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Vollversammlung in Stuttgart eröffnet

(c) http://www.lwb-vollversammlung.org/

Am 20. Juli wurde in Stuttgart die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) eröffnet. Noch bis einschließlich 27. Juli tagen 418 Delegierte der 140 Mitgliedskirchen unter dem Thema "Unser tägliches Brot gib uns heute". Bei seiner Ansprache in der Stuttgarter Stiftskirche zur Eröffnung unterstrich Bischof Mark S. Hanson die Relevanz gegenseitigen Respekts und die Bedeutung von Offenheit, die echte Begegnung ermögliche; wenn Christen zusammenkommen, solle niemand "wegen ritueller Unreinheit, Geschlecht, gesellschaftlicher Stellung, HIV und AIDS, Armut oder Reichtum, Sprache oder Rasse ausgeschlossen werden". Es gehe darum, sich als einladende Gemeinschaft zu präsentieren, die Suchende und Bedürftige nicht wegschicke. Hanson erwartet, dass von der Vollversammlung ein "Zeichen der Ermutigung und des Vertrauens in die ungebrochene Kraft der biblischen Botschaft" ausgeht.

Beim Weltkongress der Lutheraner, der nur alle sieben Jahre stattfindet, werden 400 Delegierte von 140 evangelisch-lutherischen Kirchen aus 79 Ländern erwartet. Mit Gästen, Dolmetschern und Journalisten nehmen an der Vollversammlung rund 1.000 Personen teil. Die bayerische Landeskirche ist mit einer starken Stimme bei der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart vertreten. Landesbischof Johannes Friedrich ist Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des LWB (DNK/LWB). Er werde an verschiedenen Veranstaltungen und Foren teilnehmen, erklärte der Sprecher der Landeskirche, Johannes Minkus, am Dienstag in München. Zudem reisen neun Delegierte aus den bayerischen Kirchenkreisen nach Stuttgart.

Bayerische Landeskirche wichtiger Partner für den Weltbund

"Das wichtigste Thema ist die internationale Ernährungspolitik im Kampf gegen den Hunger", erklärte Kirchenrat Ivo Huber vom Ökumenereferat der Landeskirche auf epd-Anfrage. Der Lutherische Weltbund engagiere sich stark in der Katastrophen- und Entwicklungshilfe. Hier müssten ein gemeinsames Arbeitsprofil erarbeitet und "Kernpunkte festgelegt" werden, so Huber. Mit einem Beitrag von rund drei Millionen Euro sei die bayerische Landeskirche ein wichtiger Partner für den Weltbund. "Von dem Geld werden beispielsweise Programme wie die Katastrophenhilfe in Haiti oder Versöhnungsprojekte in Ruanda bezahlt", erklärte Huber.

Kontroverse Diskussionen erwartet Huber bei der Vollversammlung zum Thema Homosexualität. Hier seien sich die Kirchen des Lutherischen Weltbundes bislang nicht einig. Zwar habe der Weltbund eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die bis 2012 ein Papier zum Thema erstellen soll. Doch werde dies von vielen Seiten als Verzögerungstaktik empfunden. "Vor allem konservative Kirchen versuchen, Druck aufzubauen, es könnte daher sein, dass es Thema bei der Vollversammlung wird", sagte Huber. Es sei zu befürchten, dass sich die Diskussion ausweite. "Dann streiten wir womöglich bald wieder über Themen wie die Frauenordination", so Huber.

Lesen Sie hier einen Vorbericht von Kirchenrat Ivo Huber zur Vollversammlung.

Hören Sie hier das ERF-Radio-Interview "Eine Frage des Überlebens" mit Landesbischof Friedrich zur Vollversammlung.

Quelle: epd/DNK LWB