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"Unsere Gesellschaft wäre verloren, wenn in ihr das Erbarmen versiegen würde"

(c) www.bayern-evangelisch.de

In ihrer Weihnachtsansprache für TV Oberfranken bezog sich die Bayreuther Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner unter anderem auf eine Zeitungsmeldung von Anfang Dezember. "Berichtet wird in diesem Artikel, dass in 2010 die jährliche Umfrage eines Pädagogik-Professors an der Universität Bielefeld eine Trendwende ergeben hätte - hin zu ,rabiaten Meinungen' über Schwache. Die Vorurteile von Höherverdienenden gegenüber Fremden, Muslimen, Ärmeren hätten zugenommen. Von ,roher Bürgerlichkeit' ist die Rede."

Sie glaube nicht allen Umfragen, so Greiner, "doch wenn diese Trendwende stimmen würde, wäre es bitter. Es hieße, in unserem Land nähme die soziale Kälte zu, das Erbarmen ab".

Gott wolle etwas anderes. Dem könne man sich jederzeit bewusst werden, gerade an Weihnachten, aber auch nicht nur an Weihnachten: "Er will", so unterstrich Greiner, "dass wir Menschen bleiben oder werden, die Erbarmen haben, die sich noch im Herzen berühren lassen vom Hunger, von der Einsamkeit, von der Krankheit anderer Menschen. ,Ein wirklicher Mensch' sagen wir manchmal über jemanden, der ein großes Herz hat, der barmherzig ist, der Erbarmen kennt."

Gott sei so ein wirklicher Mensch geworden: "Dass er im Stall geboren wurde, in Windeln gewickelt und in eine Krippe gelegt wurde, ist das untrügliche Zeichen, dass Gott selbst sich bückt, klein wird, niedrig, damit kein Armer – arm an Geld oder arm an Liebe - sich schämen muss, wenn er zu diesem Kind kommt."

Zu der Krippe, um die das Wesen von Weihnachten sich breitet.

Lesen Sie hier die ganze Ansprache der Bayreuther Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner für TV Oberfranken im Original-Wortlaut!