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TV-Tipp zum Sonntag
Eigentlich dürfte es sie gar nicht mehr geben, die Patrone mit ihren Sonderrechten. Mit einem neuen Gesetz hatte die bayerische Landessynode in den 60er Jahren die baldige Ablösung der Patronate beschlossen.
Bei den verbliebenen Patronaten übt sich die Landeskirche in Pragmatismus: Sie versucht, die Patrone als besonders engagierte Ehrenamtliche anzusehen und die Ehrenrechte neu zu interpretieren. Einige Pfarrer haben damit Schwierigkeiten, andere sehen zu ihrem Patron auf, die Gemeinden sprechen häufig mit Respekt vom Herrn Baron.
Die Autorin Ursula Auginski hat sich auf die Suche nach dem gemacht, was ein Patronat - und einen guten Patron - ausmacht. In ihrem Film stellt sie drei evangelische Patrone in Franken vor:
Ludwig Freiherr von Lerchenfeld, Waldbesitzer, Forstverwalter und Erbe zweier Schlösser, ist Mitglied des Kirchenvorstands im fränkischen Presseck. Mit diesem Gremium sucht er das Einvernehmen, wenn es um die Besetzung der Pfarrstelle geht. Seine Ehrenrechte nimmt er in Anspruch: das Abendmahl vor den übrigen Gemeindegliedern, das Recht auf Fürbitte und das Recht auf den besonderen Patronats-Sitz für sich und die Familie.
Der Dirigent Enoch Reichsfreiherr von und zu Guttenberg ist katholisch und feiert die lateinische Messe in seiner Schlosskapelle, ist aber gleichzeitig Patron des örtlichen evangelischen Kirchleins - und investiert mehr Geld, als er muss.
Anton Wolfgang Graf Faber-Castell in Stein bei Nürnberg saß noch als Kind in der Patronatsloge, in der er heute eher amüsiert ein Interview gibt.
Sendetermin:
Gott und die Welt: Der Baron und seine Kirche
Ein Film von Ursula Auginski
Sonntag, 01.02.2009, 17.30 Uhr, ARD
Länge: 30 Minuten
Quelle: epd/eigene

