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Spitzentreffen zwischen der Bayerischen Staatsregierung und dem Landeskirchenrat

Der Freistaat Bayern und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern wollen die Zahl der Spätabtreibungen verringern. Das ist eines der Ergebnisse eines Treffens von Landeskirchenrat und Vertretern der Bayerischen Staatsregierung am 18.03.2009. Die Begegnung fand im Münchner Landeskirchenamt statt.

Der Kirche sei es wichtig, dass Frauen nicht durch die Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik in die Abtreibung gedrängt würden, sagte Friedrich. Die Landeskirche hatte bei der Herbstsynode in Straubing im November 2008 in einem "Wort der kirchenleitenden Organe" erklärt, dass Schwangere, die den Abbruch einer Schwangerschaft nach einer pränatalen Diagnostik erwägen, häufig ungenügend über Verfahren und Umstände des Abbruchs aufgeklärt worden seien. Sie erlebten den Abbruch meist als traumatisch.

Unzureichende gesetzliche Regelungen hätten zur Folge, dass Frauen sich unter zeitlichem und psychischem Druck für oder gegen die Fortsetzung ihrer Schwangerschaft entscheiden müssten. Neben der Beratung durch den Arzt sei eine zusätzliche kostenfreie psychosoziale Beratung notwendig. Dabei solle auch deutlich werden, dass das Leben mit einem behinderten Kind eine Bereicherung sein könne, und welche gesellschaftlichen Möglichkeiten zur Hilfe bestünden. "Wir wollen durch die Beratung die Frauen zur Bejahung ihres Kindes ermutigen", sagte die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, die an dem Spitzentreffen teilnahm.

Einig waren sich Seehofer und Friedrich auch beim Thema Organspende: "Die Bevölkerung muss stärker informiert und aufgeklärt werden", sagte Seehofer. Gleichwohl dürfe den Menschen kein schlechtes Gewissen eingeredet werden, wenn sie sich gegen eine Organspende entscheiden sollten. Landesbischof Friedrich regte einen Dankgottesdienst für und mit Organspendern an.

Weitere Themen waren die Auswirkungen der Finanzkrise sowie die bayerische Klimaallianz. Bei der Diskussion um eine verbesserte staatliche Förderung der Privatschulen dämpfte Seehofer die Erwartungen der Kirche. "Da sind die Wünsche größer als die Möglichkeiten".