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Sieben Tage Nächstenliebe

(c) http://www.lwb-vollversammlung.org

Von Dienstag, 20. Juli 2010 bis Dienstag, 27. Juli 2010, ruft der Lutherische Weltbund zu seiner Elften Vollversammlung in Stuttgart. Der Weltbund und die Delegierten der Vollversammlung sehen sich dabei durch die vierte Bitte des Vaterunsers aufgefordert, „prophetische Antworten auf alle Ungerechtigkeiten zu finden, die ein Leben im Überfluss verhindern“, so der Weltbund.

Unter dem Titel „Unser tägliches Brot gib uns heute“ wollen sie sich mit Armut, HIV, AIDS, der neoliberalen Globalisierung, interreligiösen Konflikten, Verletzungen der Menschenrechte oder der Nahrungssicherheit auseinandersetzen. Damit haben sie sich nicht viel weniger vorgenommen, als die Probleme dieser Welt lösen zu wollen - Zyniker und Zweifler dürften eine solche Aufgabe als relativ unleistbar innerhalb von sieben Tagen belächeln.

Die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes, der 1947 in Lund, Schweden, gegründet wurde, findet in der Regel alle sechs Jahre statt.

„Den Skandal des Hungers und der Armut aus der Welt schaffen“

Doch die Teilnehmer des Lutherischen Weltbundes lassen sich von Zynikern und Zweiflern nicht irritieren. Wenn Nahrungssicherheit für alle Menschen als Utopie bezweifelt wird, setzt Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, einem Zweifel wie diesem Hartnäckigkeit entgegen; gerade den „Skandal“ mangelnder globaler Nahrungssicherheit müsse man „immer wieder zum Thema machen und mit all denen zusammen arbeiten, die sich mit dieser Zustandsbeschreibung nicht abfinden wollen“.

Fragt man Friedrich nach den Zielsetzungen der Elften Vollversammlung, hat er die „zentrale Aufgabe aller Christen“ sofort im Blick: die „Stimmen der Schwachen“ verstärken. In einem vorab veröffentlichten Interview der „VELKD Informationen“ unterstrich Friedrich, dass man sich nicht abfinden dürfe mit Zuständen, die Menschen ein menschenwürdiges Leben verbauten - ausgelöst etwa durch den Mangel an Nahrung. „Jede einzelne Spende wird ebenso dringend gebraucht, wie die Überzeugungsarbeit, dass alle Kräfte gebündelt werden müssen, um den Skandal des Hungers und der Armut aus der Welt zu schaffen.“

„Die Fragen der Weltchristenheit vor die Kirchentüren bringen“

Mit Blick auf diese Problematik ebenso wie auf weitere Schlüsselthemen der Vollversammlung, etwa den Klimawandel oder der illegitimen Auslandsverschuldung, gehe es gleichwohl nicht darum, dass der Lutherische Weltbund sich als solcher Gehör etwa in der Politik verschaffen müsse. „Wichtig scheint mir zu sein, dass wir im Lutherischen Weltbund und in seinen Mitgliedskirchen die Themen gründlich beraten, um uns als Kirchen in die jeweiligen Entscheidungsprozesse einzubringen.“

In die Elfte Vollversammlung vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart geht der Landesbischof mit der Erwartung, „dass sie uns wieder die Fragen der Weltchristenheit vor unsere Kirchentüren bringen wird. Und ich wünsche mir, dass sich möglichst viele Türen öffnen und diese Fragen als die Fragen unserer Kirchen wiedererkannt werden“.

Informationen zur Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Stuttgart gibt es hier!