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"Sein Tod schreit zum Himmel" - Trauer um ermordeten Staatsanwalt

Mit zwei zentralen Gedenkfeiern in München und Bayreuth wurde am Montag des ermordeten Dachauer Staatsanwalts Tilman Turck gedacht. Zu der Trauerfeier in der Münchner Kirche St. Michael überbrachte der Politikbeauftragte der Landeskirche, Dieter Breit, die Beileidswünsche der Bayerischen Landeskirche sowie der anderen Kirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) in München. "Wir teilen Ihr Entsetzen, Ihre Fassungslosigkeit, Ihren Schmerz. Wir teilen auch Ihren Zorn über die Sinnlosigkeit der tödlichen Gewalt, deren Opfer er wurde", versicherte Breit den Angehörigen.

Gott ist kein Lückenbüßer

Der Tod des jungen Staatsanwaltes schreie zum Himmel, so Breit, und "nichts kann diesen Schrei verstummen lassen". Es bliebe eine offene Lücke, die auch Gott nicht ausfülle. "Gott ist kein Lückenbüßer." Tilman Turck die Ehre zu geben bedeute, die Lücke offen zu halten "wie ein Fenster, durch das wir schauen". Durch dieses Fenster könne man jedoch "weit mehr als Tod und Schmerz und Tränen" sehen: "Durch das Fenster, das sein Tod aufgerissen hat, sehen wir uns selbst und das, was wir ihm verdanken." Hier können Sie die Worte des Politikbeauftragten nachlesen.

Ein solcher Tod sei immer eine Erschütterung im Staat und bei denen, die im selben Tätigkeitsfeld arbeiten, erklärte Oberfrankens Regionalbischöfin Dorothea Greiner bei der Gedenkfeier im Schwurgerichtssaal des Bayreuther Amtsgerichts. Denn er mache deutlich, wie gefährdet gerade diejenigen seien, die Gefahr vom Staat abwendeten. Greiner dankte dem Staatsanwalt für dessen Bereitschaft, "sich in seinem ganzen Berufsleben für Recht und Gerechtigkeit in unserem Staat einzusetzen".

Gebet für den Täter

Der Tod von Tilman Turck "möge zur Bestätigung führen, wie notwendig unser Staat Sie braucht, wie wichtig Sie als Menschen sind, die sich mit Sorgfalt und Maß, Liebe und Klarheit einsetzen für die Erhaltung von Recht und Gerechtigkeit in unserem demokratischen Rechtsstaat". Gott sei ein Gott, der Recht und Gerechtigkeit liebe und die Menschen, die sich dafür einsetzten. "Er steht hinter ihnen", betonte die Regionalbischöfin und schloss in ihr Gebet neben Angehörigen, Staatsbediensteten und Zeugen der Tat auch den Täter ein: "Schenke ihm Erkenntnis seiner Schuld, leite ihn durch Deine Liebe zur Umkehr und zu einem Leben, das sich nach Deinem Willen ausrichtet." Hier können Sie die Worte der Regionalbischöfin nachlesen.