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"Seelsorgestiftung Oberfranken" geht an den Start
Für den bewährten Krisendienst haben sich in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingungen bayernweit deutlich verändert. So werden die Projektstellen der theologischen Leitung der Telefonseelsorge nicht mehr von der Landeskirche direkt aus Haushaltsmitteln finanziert; die einzelnen Einrichtungen erhalten nur noch Zuschüsse nach einem bestimmten Schlüssel.
Oberfrankens Regionalbischöfin Dorothea Greiner lässt indes keinen Zweifel daran, dass die Bayreuther Teilzeit-Pfarrstelle auch in Zukunft fortbestehen wird. Dazu müsse freilich "entschlossen die Wende zu einer eigenständigen Finanzierung eingeleitet" werden, wie es an den anderen Standorten in Bayern bereits geschehen sei. Mit dem aktuell diskutierten Abbau von Pfarrstellen stehe dies in keinem Zusammenhang.
Ein "Grundstockvermögen" von rund 200 000 Euro ansammeln
Mit der neuen, ökumenisch orientierten Seelsorgestiftung soll vorrangig die theologische Begleitung der ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Telefonseelsorge auf lange Zeit "zuverlässig sichergestellt" werden, sagte die Regionalbischöfin gegenüber dem epd. Auch an veränderte zukünftige Bedürfnisse haben die Verfasser der Satzung gedacht und deshalb weitere Bereiche der Sonderseelsorge - etwa in Krankenhäusern oder Justizvollzugsanstalten - in den nahezu unterschriftsreifen Entwurf mit aufgenommen.
Nach den Worten von Pfarrer Johannes Waedt aus Unterleinleiter im Dekanat Forchheim, der seit Januar 2009 die neue Aufgabe des "Kirchenkreisfundraisers" übernommen hat, soll die neue Stiftung am Ewigkeitssonntag (21. November) mit einer Feierstunde eröffnet werden. Bis dahin soll nach Möglichkeit bereits ein "Grundstockvermögen" von etwa 200 000 Euro angesammelt sein - hauptsächlich beigesteuert von den Dekanaten im Osten Oberfrankens, die zum Einzugsbereich der Bayreuther Telefonseelsorge gehören. Nach dieser "Anschubfinanzierung" könne das ambitionierte Ziel der Stiftung angepeilt werden: Mit einer Million Euro Stiftungskapital rechnen Fachleute, damit der Zweck ohne weitere Hilfe erfüllt werden kann.
Rund 7300 Gespräche mit Ratsuchenden in 2009
Das Einzugsgebiet der 1969 gegründeten Telefonseelsorge Bayreuth umfasst die vier Städte Hof, Kulmbach, Wunsiedel und Bayreuth sowie ihre Landkreise. Sie ist dadurch der Ansprechpartner für mehr als 500.000 Menschen. Zum Bayreuther Team gehören derzeit 73 ehrenamtliche Mitarbeitende, die dafür sorgen, dass der Krisendienst täglich rund um die Uhr erreichbar ist. Im vergangenen Jahr führten sie rund 7300 Gespräche mit Ratsuchenden. Das westliche Oberfranken wird von der Telefonseelsorge Bamberg betreut.

