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Schutz für die Seelen von Kindern und Jugendlichen
Evangelische Jugendarbeit lebt von Beziehungsarbeit, von Vertrauen und Geborgenheit. Um dieses hohe Gut zu schützen und zu bewahren, wurde bereits vor zehn Jahren für die Schulung Ehrenamtlicher Arbeitsmaterial im Umgang mit sexueller Gewalt entwickelt. Was anfangs eher zaghaft begann, formulierte die Landesjugendkammer, das höchste Entscheidungsgremium der Evangelischen Jugend in Bayern, bald mit einer klaren Aussage: „Bei uns nicht! Gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch im Jugendverband.“ Schließlich entwickelte sich daraus ein umfangreiches Präventionsprojekt, das zu diesem Zeitpunkt als sehr mutig und bis heute als vorbildlich gilt.
Jugendarbeit darf möglichen Tätern keinen Raum und keine Gelegenheit bieten und jeder Missbrauch muss mit allen Konsequenzen aufgedeckt werden, ist die Maßgabe des Präventionsprojektes. Gleichzeitig muss Jugendarbeit den Opfern Schutz und Hilfestellung geben. Ein Handbuch, Verhaltenskodex für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit, ein Netz von Vertrauensleuten in den Dekanaten sowie gezielte Schulungen sind Bestandteil unserer präventiven Arbeit.
Leitfaden mit klaren Regeln
„Jugendverbandsarbeit mag für mögliche Täter ein leichtes Feld sein, deswegen wurde von der Evangelischen Jugend schon vor Jahren das Projekt ‚Bei uns nicht!’ entwickelt“, so Michael Thiedmann, Vorsitzender der Landesjugendkammer. Die Seelen von Kindern und Jugendlichen bedürfen des Schutzes vor Missbrauch jeglicher Art. „Menschen, die sich die Kinder- und Jugendarbeit als Feld für mögliche Opfer suchen, haben bei uns keinen Platz“. Der Vorsitzende und seine Stellvertreterin, Cornelia Treml begrüßen es, dass Landesbischof Johannes Friedrich für die Kirche einen „Leitfaden mit klaren Regeln für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen“ entwickeln möchte. „Gerne sind wir bereit, unsere Erfahrungen und unser Know-how mit einzubringen“, erklärt der Vorsitzende.
Alle Mitarbeitenden in der Jugendarbeit haben eine Verantwortung gegenüber jungen Menschen. Deswegen hat die Prävention von sexuellem Missbrauch einen hohen Stellenwert in der Ausbildung von Ehrenamtlichen. Die Präventionsarbeit sollte auch fester Bestandteil in allen kirchlichen und sozialen Studiengängen sein, gibt Michael Thiedmann zu bedenken. „Neben der Prävention von sexuellem Missbrauch ist es Aufgabe evangelischer Jugendarbeit, Kinder und Jugendliche zu schützen und zu stärken“, betont Cornelia Treml. Es ist wichtig, dass Tabus gebrochen werden und über Missbrauch offen gesprochen wird. Die Mädchen und Jungen sollen wissen, wie sie sich wehren können und auch in der Jugendarbeit Menschen finden, denen sie sich anvertrauen können. In vielen Dekanaten gibt es bereits Vertrauenspersonen, die für diese Funktion eigens geschult wurden.

