Pressemitteilung vom 6.12.2011
Landesbischof Bedford-Strohm prangert gestiegene Rüstungsausgaben an
Landesbischof: "Wenn diese Gelder für soziale Gerechtigkeit weltweit eingesetzt würden, könnten viele Menschenleben gerettet werden"
Als "nicht hinnehmbar" kritisierte der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, dass die weltweiten Rüstungsausgaben auch während der Finanzkrise zwischen 2008 und 2009 um 5,9% auf 1,53 Billionen Dollar gestiegen seien. "Wir trauen dem Mittel der militärischen Gewalt immer noch mehr zu, als es leisten kann", sagte Bedford-Strohm heute in Nürnberg. Der Afghanistan-Einsatz habe gezeigt, "wie wenig militärische Gewalt wirklich in der Lage ist, Frieden zu schaffen", auch wenn ihre Anwendung in direkten Notsituationen nicht ausgeschlossen werden könne.
Für militärische Einsätze würden "innerhalb kürzester Zeit Milliardenbeträge" zur Verfügung gestellt. "Wenn dieses Geld schon im Vorfeld von militärischen Konflikten aufgebracht würde, könnten viele Menschenleben gerettet und viel Leid verhindert werden", betonte der Landesbischof. Nach seiner Überzeugung sei der tatkräftige Einsatz für soziale Gerechtigkeit weltweit die beste Strategie zur Überwindung von Gewalt.
Die Kirchen hätten aufgrund ihrer grenzüberschreitenden ökumenischen Beziehungen gute Voraussetzungen, um bei Konflikten vermittelnd zu wirken. Die Kirche als weltweites Netzwerk mit universalem Horizont und lokaler Verwurzelung sei die "geborene öffentliche Anwältin für ein internationales Recht", das den Frieden fördern könne, so der Landesbischof.
München, 6. Dezember 2011
Johannes Minkus, Pressesprecher

