Pressemitteilung vom 5.7.2009
Zäune der Feindschaft abbrechen!
Landesbischof Friedrich predigt im ungarischen Sopron anlässlich des Falls des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren – Synodalpräsidentin dankt ungarischem Volk
Im Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren sieht Landesbischof Johannes Friedrich einen Hinweis auf Christus, „der den Zaun der Feindschaft zwischen den Menschen abgebrochen hat“. Friedrich predigte heute in einem Gottesdienst im ungarischen Sopron, an dem Ort, wo vor genau 20 Jahren die Außenminister von Ungarn und Österreich, Gyla Horn und Alois Mock den Stacheldrahtzaun an der österreichisch-ungarischen Grenze zerschnitten hatten.
Christen in ganz Europa feierten heute die Grenzöffnung, die ganz wesentlich zur Versöhnung und zum Frieden in Europa beigetragen habe, betonte Friedrich. Mit Sorge beobachte er jedoch, dass seither neue Grenzen entstanden seien: Die Grenzen zwischen Arm und Reich würden gegenwärtig durch die Wirtschaftskrise verstärkt. Migrantinnen und Migranten erlebten nicht nur in Deutschland Misstrauen und Ausgrenzung. Offene Grenzen erleichterten die Ausbreitung von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Friedrich appellierte an Politik, Wirtschaft und Kirchen, sich für den Abbau dieser neuen Grenzen einzusetzen. Den Kirchen komme dabei die besondere Aufgabe zu, sich für Benachteiligte einzusetzen.
In ihrem Grußwort betonte die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Dorothea Deneke-Stoll, dass man in Bayern nicht vergessen habe, „was wir dem ungarischen Volk zu verdanken haben“ im Blick auf „seinen tapferen Beitrag zur Öffnung des Eisernen Vorhangs im Sommer 1989“. Deneke-Stoll erinnerte daran, dass die bayerische Landeskirche schon lange vor dem Fall der Mauer Beziehungen zu den Kirchen in Osteuropa aufgebaut habe. Auf dieser Basis seien die heutigen Kirchenpartnerschaften entstanden als Orte, in denen sich „die Idee des zusammenwachsenden Europas“ verwirklicht, so Deneke-Stoll.
Der Gottesdienst heute auf dem „Paneuropäischen Picknickplatz“ ist Höhepunkt eines dreitägigen Festes „An die Grenzen gehen – 20 Jahre Grenzöffnung“, zu der die „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ (GEKE) eingeladen hatte. Die Predigt hielt der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich, die Liturgie gestalteten der Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich, Thomas Hennefeld, der leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn (ELKU), János Ittzés sowie der Bischof des transdanubischen Kirchenbezirks der Reformierten Kirche in Ungarn, József Steinbach.
An dem Gottesdienst in Sopron nahmen lutherische, reformierte und methodistische Christen aus Deutschland, Österreich und Ungarn teil. Etwa 200 Christen waren aus Bayern angereist.
Der Gottesdienst wurde live vom bayerischen, österreichischen und ungarischen Fernsehen übertragen.
München, 3. Juli 2009
Johannes Minkus, Pressesprecher

