Pressemitteilung vom 29.4.2011
Landesbischof Friedrich und DGB-Vorsitzender Jena gegen weitere Aushöhlung des Sonntagsschutzes. Dialogpredigt am 1. Mai in München.
Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich und der Vorsitzende des DBG Bayern, Matthias Jena, haben heute die zunehmende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes kritisiert. Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage habe sich in Bayern auf Betreiben des Einzelhandels innerhalb der letzten 20 Jahre nahezu verdoppelt, auch dehnten viele Industriebetriebe ihre Schichten zunehmend auf den Sonntag aus, beklagten beide im Rahmen einer Dialogpredigt in einem Gottesdienst am 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“, in der Münchner Kirche St. Matthäus.
„Dass immer mehr Menschen zu allen möglichen Zeiten arbeiten müssen, überfordert viele“, so der Landesbischof, „denn je mehr Menschen zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten, desto weniger gemeinsame Zeit bleibt für Freunde, Familie, gemeinsame Ausflüge. Desto weniger Zeit bleibt auch für ein Ehrenamt. Und davon lebt unsere Kirche, die Gewerkschaften – unsere Gesellschaft insgesamt.“
Arbeit und Arbeitsverhältnisse seien nicht gottgegeben, sodass man sie einfach hinnehmen müsse, erklärte Friedrich in Anlehnung an den Predigttext des Sonntags, die Geschichte vom Fischfang aus dem Johannesevangelium. Sondern sie bedürften der Gestaltung und des sich immer wieder Bewusstmachens, dass die Arbeit für den Menschen da sei und nicht der Mensch für die Arbeit.
Jena mahnte, das gesellschaftliche Netz nicht reißen zu lassen, auch wenn es in unserer Gesellschaft unterschiedliche Vorstellungen über Glaubensfragen und darüber gebe, was wichtig und richtig sei.
Im Anschluss an den Gottesdienst äußerte sich Landesbischof Friedrich im Rahmen der zentralen DGB-Kundgebung zum 1. Mai auf dem Münchner Marienplatz zu den Themen Arbeitslosigkeit, Sonntagsschutz und Rechtsextremismus. Danach besuchte er den Info-Stand des Bayerischen Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (kda) auf dem Viktualienmarkt, der sich im Rahmen der „Allianz für den freien Sonntag“ präsentierte.
München, 29. April 2011
Michael Mädler
Stellv. Pressesprecher

