Pressemitteilung vom 29.11.2010
Zivilcourage zu stärken ist vordringlichste Aufgabe der Zivilgesellschaft
Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler spricht in Schwäbisch-Gmünd zum Thema Zivilcourage
Ein leidenschaftliches Plädoyer für die Zivilcourage als "Grundnorm der Mitmenschlichkeit" hat die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs heute in Schwäbisch-Gmünd abgelegt. Die Zivilcourage zu stärken sei eine der vordringlichsten Aufgaben der Zivilgesellschaft, betonte Breit-Keßler. Eine der Wurzeln von Zivilcourage finde sich im christlichen Gebot der Nächstenliebe. Sie sei tätige Vorsorge und Fürsorge für Mitmenschen, "gleichermaßen unspektakulär wie unverzichtbar", so Breit-Keßler.
Breit-Keßler verwies auch auf gegenläufige gesellschaftliche Strukturen, die Zivilcourage lähmten. Dazu gehöre das Prinzip des kühlen Kalkulierens "es muss sich für mich lohnen", das den Gemeinsinn gefährde. Aufgrund eines hohen gesellschaftlichen Anpassungs- und Uniformitätsdrucks würden manche Menschen eine spontane Hilfeleistung als "unangenehm auffälliges Verhalten" zu vermeiden suchen. Schließlich lähme die zunehmende Anonymisierung der Gesellschaft soziales Engagement. "Wozu sich einmischen, wenn doch alles keinen Sinn hat?", fragten sich viele Menschen.
Diesen gesellschaftlichen Trends würden Kirche und Diakonie tatkräftig mit Angeboten entgegentreten, die Menschen in ihrer Zivilcourage stärkten, betonte Breit-Keßler. "In Gemeinden, in Konfirmanden- und Jugendarbeit, in der Evangelischen Jugendsozialarbeit, in evangelischer Erwachsenenbildung und nicht zuletzt in Gebet und Predigt" seien Kirche und Gemeinde sehr geeignete Orte für moralische Selbstbildung. Darum müsse Zivilcourage "kein plötzlicher Ausbruch von Mut" bleiben, sondern könnte zur "mutigen, bewussten Lebensführung" reifen.
München, 29. November 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher

