Pressemitteilung vom 26.2.2010

Nach Mordanschlägen auf Christen im Nordirak stellt bayerische Landeskirche 150 000 Euro für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung

Aufruf an alle Gemeinden zum Gebet am kommenden Sonntag, dem "Tag der bedrängten und verfolgten Christen"

Nach mehreren Mordanschlägen auf Christen in der nordirakischen Stadt Mosul hat erneut eine Fluchtwelle christlicher Familien eingesetzt. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat darum ein Soforthilfeprogramm für die Erstversorgung der Flüchtlinge beschlossen. Zusammen mit weiteren dringlichen Maßnahmen in den christlichen Dörfern des Nordirak stellt die bayerische Landeskirche  € 150.000,- aus Spenden- und Projektmitteln zur Verfügung.

Vergangenen Dienstag war im irakischen Mosul das Haus einer christlichen Familie überfallen worden, der Vater und die beiden Söhne wurden erschossen. Kurz zuvor waren bereits zwei christliche Studenten in Mosul auf offener Straße umgebracht worden. Die Täter konnten jeweils fliehen, es handelt sich vermutlich um islamistische Terroristen. Viele hundert Menschen sind daraufhin in die christlichen Dörfer der nördlich gelegenen Niniveh-Ebene geflohen, wo sie notdürftig versorgt werden. In den kommenden Tagen wird der Exodus vermutlich weiter zunehmen.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist sehr besorgt über die anhaltende brutale Verfolgung von Christen im Irak. Landesbischof Johannes Friedrich appelliert an die deutsche Politik, sich noch stärker einzusetzen für die Sicherheit der Christen im Irak und nicht zuzulassen, dass das Christentum aus einem seiner Ursprungsländer vertrieben wird. Anlässlich des "Tags der bedrängten und verfolgten Christen" am kommenden Sonntag ruft die Kirchenleitung ihre Gemeinden zu Solidarität mit den Glaubensgeschwistern im Irak auf und bittet um Gebete und Spenden.

München, 26. Februar 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher


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