Pressemitteilung vom 25.2.2011
Landesbischof Friedrich eröffnet Themenjahr "Reformation und Freiheit" im Rahmen der Lutherdekade
Mit einem Gottesdienst in der Augsburger Kirche Zu den Barfüßern hat Landesbischof Johannes Friedrich heute das Themenjahr "Reformation und Freiheit" im Rahmen der Lutherdekade eröffnet. Im Blick auf die jüngsten Ereignisse in Ägypten und Libyen werde sichtbar, "wie der Ruf nach Freiheit, nach freien Gedanken, unbehinderter Religionsausübung, freier Meinung und Rede sich einen Weg bahnt", so Friedrich in einem Grußwort nach dem Gottesdienst. Nachdem in den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens politische Einschüchterung und Gewalt für eine jahrzehntelange Grabesruhe gesorgt hätten, seien die Menschen nun erwacht und gingen "mutig, und oft genug auch mit klopfendem Herzen" auf die Straße, um für ihre Rechte einzustehen. Es sei offenkundig, so der Landesbischof in Anspielung auf die deutschen Erfahrungen in der friedlichen Revolution von 1989, "wer einmal den Geruch der Freiheit in der Nase hatte, wird immer wieder davon angezogen". Für Christen habe die Freiheit ihre Wurzeln im Glauben an Christus. Wer sich seit der Taufe untrennbar verbunden wisse mit Gott, der müsse sich nicht mehr abhängig machen vom Urteil anderer Menschen oder gesellschaftlicher Konventionen. "Wenn ich weiß, dass ich in Gott festen Boden unter den Füßen habe, habe ich eine unglaubliche Freiheit, das zu tun, was wirklich wichtig ist", betonte der Landesbischof.
In den sechs Jahren bis zum 500. Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 wolle man in mehreren Themenjahren die charakteristischen Eigenheiten des evangelischen Glaubens öffentlich sichtbar machen, kündigte Friedrich an. Im Jahr 2012 werde "Reformation und Musik" im Zentrum stehen, im Jahr 2013 "Reformation und Toleranz".
In Augsburg stand der heutige Tag unter dem Thema "Der aufrechte Gang". Bei einem Gang durch die Augsburger Innenstadt konnten Interessierte einen Blick in verschiedene Kirchen tun, Lesungen lauschen, Text und Musik genießen. Bei Führungen konnten sie sich über Ablass und Buße, Predigtverbot und Reformgebot sowie viele andere Themen informieren.
München, 25. Februar 2011
Johannes Minkus, Pressesprecher

