Pressemitteilung vom 22. Januar 2010
Landesbischof für europaweite Finanztransaktionssteuer
Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich befürwortet Überlegungen zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Das sagte er gestern im Rahmen des Neujahrsempfangs der Evangelischen Akademie Tutzing. Er halte es "für sinnvoll und zukunftsweisend", dass auf alle spekulativen Finanztransaktionen eine Steuer erhoben werden soll, die der weltweiten Armutsbekämpfung zu Gute kommt, so Friedrich.
Deutliche Kritik äußerte Friedrich an Bestrebungen, menschliches Leben immer stärker wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen und Menschlichkeit nur noch als Kostenfaktor zu sehen. Nach christlicher Überzeugung habe jeder Mensch als Ebenbild Gottes einen "unschätzbaren Wert und eine Würde, die ihm nicht genommen werden kann", betonte der Landesbischof.
Im Blick auf die aktuelle Wertediskussion erinnerte der Landesbischof daran, dass weder Staat noch Kirche Werte ´"beschwören oder verordnen" könnten. Wirklich tragfähige Werte seien Haltungen, "die wir uns erwerben müssen". Die Wertebildung müsse bereits in früher Kindheit beginnen durch vorbildliches Verhalten der Eltern, so Friedrich.
München, 22. Januar 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher

