Pressemitteilung vom 22.12.2011

"Mehr menschlichen Wohlstand!" - Wort zu Weihnachten von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Weihnachten soll den Menschen Mut machen, ihren Reichtum an menschlichen Beziehungen wahrzunehmen, so der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm heute in einem Wort zu Weihnachten.

In vielen Gesellschaften "reißen die Menschen bei materiellen Reichtümern die Augen auf, aber bei menschlichen Reichtümern sind sie wie Schlafwandler", kritisierte der Landesbischof. In den letzten Jahrzehnten habe sich Deutschland zu einer "Turbogesellschaft" entwickelt. Nach der Devise "immer schneller, immer besser, immer effektiver" sei der materielle Wohlstand gewachsen, aber der menschliche Wohlstand habe nicht Schritt gehalten. Viele Menschen seien erschöpft und ausgelaugt. Das habe negative Konsequenzen für die Gemeinschaft. "Die Sportvereine finden immer weniger Trainer, weil die Flexibilität für die Firma keinen regelmäßigen Trainingstermin ermöglicht. Die Familien haben nicht genügend Zeitinseln für gemeinsame Aktivitäten", stellte der Landesbischof kritisch fest. Darum hätten sich die Kirchen in den vergangenen Jahren immer wieder gegen eine fortschreitende Kommerzialisierung des Sonntags gewehrt.

Es sei erfreulich, dass in den letzten Jahren in der Natur immer mehr ökologische Biotope geschaffen worden sein. Aber jetzt sei es dringend an der Zeit, mehr "soziale Biotope" zu schaffen, forderte Bedford-Strohm. Nötig seien "geschützte Räume, in denen wir Zeit haben für das, was wirklich zählt: Beziehungen zu anderen Menschen, die unser Leben reich machen und die uns in guten und in schweren Tagen tragen", so Bedford-Strohm. "Wir brauchen eine Gesellschaft, in der wir wieder Mensch sein dürfen."0 

München, 22. Dezember 2012
Johannes Minkus, Pressesprecher


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