Pressemitteilung vom
"Landesbischof Friedrich plädiert für "kluge Frauenquote" in der Kirche".
Ein Drittel der bayerischen Gemeindepfarrstellen sind mit Frauen besetzt, ein knappes Drittel des Landeskirchenrats sind Frauen, die Landessynode und das Landeskirchenamt werden von Frauen geleitet. Diese durchaus "gute Bilanz" zog Landesbischof Johannes Friedrich in einem Grußwort vor dem Konvent Evangelischer Theologinnen in der Bundesrepublik Deutschland heute in Augsburg.
Weitere Anstrengungen seien jedoch nötig, um Pfarrerinnen zur Übernahme einer Dekansstelle zu gewinnen, so der Landesbischof. Frauen seien weniger als Männer bereit, für den Beruf Familie, Partnerschaft und soziale Kontakte zu opfern. Er sei der Überzeugung, so Friedrich, dass sich mehr Frauen für Leitungsämter gewinnen ließen, "wenn Stellen und ihr Umfang deutlich erkennbar und letztlich auch handhabbar werden". Darum sei eine "kluge Frauenquote" notwendig. Als ersten Schritt, so Friedrich, habe die Kirchenleitung begonnen, die Dienstordnung für einen Dekan "genauer unter die Lupe zu nehmen". Inzwischen trage auch ein mehrjähriges Mentoring-Programm Früchte, mit dem Frauen gezielt eingeladen und für Führungsaufgaben vorbereitet werden.
Ganz anders stelle sich die Situation in den Kirchengemeinden dar, ergänzte Friedrich. In manchen Regionen Bayern seien es vor allem Frauen, die zu einer Kandidatur für den Kirchenvorstand bereit wären. An dieser Stelle sei es nötig, stärker auf "ein Männerquorum" zu achten. Denn, so Friedrich: "Eine Gemeinde verarmt, wenn sich ein Geschlecht langsam, aber sicher verabschiedet". Es sei Aufgabe und Pflicht der Kirche, "Frauen und Männern die gleichen Möglichkeiten einzuräumen, um die Botschaft von der Liebe Gottes zu Gehör zu bringen und erfahrbar zu machen", betonte der Landesbischof.
München, 22. Februar
Johannes Minkus, Pressesprecher

