Pressemitteilung vom 20.9.2010
Synodalpräsidentin kritisiert Laufzeitverlängerung bei Atomkraftwerken
Die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Dorothea Deneke-Stoll, hat heute die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern.
Das Problem der Entsorgung des Atommülls sei immer noch ungelöst und ein tragfähiges Konzept nicht in Sicht. "Wir dürfen unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen keine Lasten aufbürden, von denen wir nicht wissen, ob sie sie tragen können", so Deneke-Stoll. Selbst wenn ein Endlager gefunden würde, bürdete man nachfolgenden Generationen eine über Zehntausende von Jahren strahlende Hypothek auf. Das sei ein Zeitraum, der alle menschliche Verantwortbarkeit überschreite.
Auch Ängste von Menschen, ob die Sicherheit der Atomkraftwerke auch bei Terroranschlägen gewährleistet sei, müssten ernst genommen werden, forderte die Synodalpräsidentin.
Es sei richtig, so Deneke-Stoll, dass die politisch Verantwortlichen für einen Ausbau der erneuerbaren Energien entschieden hätten. "Doch ich hätte es Wirtschaft und Politik zugetraut, die Umstellung ohne Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke zu bewerkstelligen". Jetzt bestehe die Gefahr, dass durch die neue Beschlusslage der Umbau der Energieversorgung in Richtung Klimafreundlichkeit gehemmt werde, etwa beim Ausbau weiterer dezentraler Netzknoten, die für den Betrieb regenerativer Kraftwerke erforderlich seien.
Klimaschutz und Bewahrung der Schöpfung war bereits im Frühjahr 2009 Thema der Landessynode. Einen Beschluss zum Thema Laufzeitverlängerung gebe es jedoch nicht, damals sei dieses Thema noch nicht im Raum gestanden, so Deneke-Stoll. Sie verstehe ihre Kritik an der Laufzeitverlängerung als einen persönlichen Beitrag zur Diskussion. Ihr sei bewusst, dass es im Raum der bayerischen Landeskirche zu diesem Thema unterschiedliche Auffassungen gebe.
München, 20. September 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher

