Pressemitteilung vom 2.10.2009
Erfolgsgeschichte Frauengleichstellungsstelle
Landesbischof Friedrich zum 20-jährigen Bestehen der Frauengleichstellungsstelle der bayerischen Landeskirche
Das Bemühen um eine gerechte Gemeinschaft von Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft ist heute so wichtig wie vor zwanzig Jahren, so Landesbischof Johannes Friedrich anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens der Frauengleichstellungsstelle der bayerischen Landeskirche (fgs). Trotz aller Errungenschaften sei die "Gleichstellung nur scheinbar erreicht", so Friedrich, wenn man das Einkommensgefälle zwischen Männern und Frauen betrachte. Obwohl heute junge Frauen viel mehr Chancen hätten, stünden sie vor alten und neuen Herausforderungen. So seien auch in der Kirche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie flexible Arbeits- und Betreuungszeiten drängende Probleme für junge Eltern.
Er sei "froh und stolz", so Friedrich rückblickend, dass Bayern 1989 bundesweit die zweite evangelische Landeskirche gewesen sei, die damals unter dem Namen "Arbeitsbereich Frauen in der Kirche" eine Gleichstellungsstelle geschaffen habe. Deren Arbeit bezeichnete der Landesbischof als "Erfolgsgeschichte". Zu den vielfältigen Errungenschaften des Referats zählte er die Errichtung einer Dozentur für Feministische Theologie an der Augustana Hochschule in Neuendettelsau, die Einführung eines Gleichstellungsgesetzes in der bayerischen Landeskirche und die Durchführung von Mentoringprojekten für Frauen in kirchlichen Ämtern. Durch die Arbeit der fgs sei die Kirche weiblicher geworden, hob Friedrich hervor. Während es 1989 noch keine einzige Dekanin gegeben habe, so seien heute ca. 33 Prozent der Oberkirchenrats- und 12 Prozent der Dekansposten mit Frauen besetzt, in der Leitung von Landessynode und Landeskirchenrat sogar zu 50 Prozent. "Insgesamt bei weitem noch keine paritätische Verteilung, aber doch ein Prozentsatz, mit dem wir uns sehen lassen können", so der Landesbischof.
München, 2. Oktober 2009
Johannes Minkus , Pressesprecher

