Pressemitteilung vom 13. Mai 2010
Landesbischof Friedrich: Hilferuf der palästinensischen Christen ernst nehmen! Friedrich lobt Aufruf zur Gewaltlosigkeit im Kairos-Dokument palästinensischer Christen
Der bayerische Landesbischof und Leitende Bischof der Vereinten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Johannes Friedrich, hat heute bei einer Podiumsdiskussion dazu aufgerufen, den Hilferuf der palästinensischen Christen ernst zu nehmen, "die unter der fortdauernden Besetzung durch Israel leiden". Im Rahmen einer Veranstaltung des 2. Ökumenischen Kirchentags in München bezog sich Friedrich auf das von verschiedenen palästinensischen christlichen Gruppen im Dezember 2009 veröffentlichte "Kairos-Dokument". Er beobachte mit großer Sorge, dass viele Christen Palästina bereits verlassen hätten. "Am Ende sind im Heiligen Land vom christlichen Glauben nur noch Steine übrig, aber keine Menschen mehr", sagte Friedrich.
Ausdrücklich lobte Friedrich, dass das Kairos-Dokument zum "Widerstand durch Liebe" aufrufe und damit eine klare Gegenposition zur Haltung von Hamas einnehme. Friedrich würdigte, dass das Dokument den Staat Israel als Gegenüber von Verhandlungen darstelle und damit das Existenzrecht Israels voraussetze. Insgesamt sei das Kairos Dokument geprägt von Versöhnungsbereitschaft, Gewaltfreiheit und dem Verzicht auf Rache und Vergeltung. "Das macht es uns leicht, positiv auf diese Äußerung von palästinensischen Christen zu reagieren", so Friedrich.
Kritisch äußerte sich Friedrich zum Boykottaufruf gegen Waren aus Israel. Ein Aufruf zum Boykott Israels sei für Deutsche "undenkbar", da er unheilvolle Erinnerungen an die nationalsozialistische Parole "Kauft nicht bei Juden" im Jahr 1922 hervorrufe.
Gefragt nach konkreten Hilfemöglichkeiten für die palästinensischen Christen rief Friedrich zu Reisen ins Heilige Land auf. Dabei sollten Gespräche mit jüdischen, aber auch palästinensischen Gesprächspartnern eingeplant werden. Friedrich ermutigte auch zu Übernachtungen in Palästinensergebieten, etwa in Bethlehem. "Das bringt Geld ins Land und schafft Arbeitsplätze", so der Landesbischof.
München, 13. Mail 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher

