Pressemitteilung vom 12. Februar 2010
Interreligiöser Dialog fördert gesellschaftlichen Zusammenhalt - Landesbischof Friedrich spricht in bayerischer Vertretung in Berlin
Der Dialog zwischen den Religionen kann gesellschaftliche Konflikte entschärfen und den sozialen Zusammenhalt sowie die Integration stärken. Davon zeigte sich der bayerische Landesbischof und Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD), Johannes Friedrich heute im Rahmen einer Vortragsreihe in der bayerischen Vertretung in Berlin überzeugt.
Voraussetzung für das Gelingen des Dialogs zwischen Christentum, Judentum und Islam sei, so Friedrich, dass man Kenntnisse über seinen eigenen Glaube habe, bereit sei zu einem offenen Austausch auf Augenhöhe, und alle Beteiligten die in Deutschland geltenden Grundrechte respektierten.
Während der jüdisch-christliche Dialog schon weit fortgeschritten sei, bestehe im islamisch-christlichen Dialog nach Veröffentlichung der EKD-Schrift "Klarheit und gute Nachbarschaft" noch spürbarer Gesprächsbedarf. In diesem Zusammenhang plädierte der Landesbischof zum wiederholten Mal für muslimischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und "wenigstens eine deutschsprachige islamisch-theologische Fakultät, die islamische Theologen nach universitärem Standard und im Kontext anderer Wissenschaften ausbildet." Die Gesellschaft müsse ein klares Interesse daran haben, dass muslimische Religionsausübung und Ausbildung "nicht in Hinterhöfen, sondern in der Öffentlichkeit" geschieht.
Bis zum Aufbau einer islamisch-theologischen Fakultät seien die Pläne der Islamischen Gemeinde Penzberg, in München ein Zentrum für Islam in Europa zu errichten, das erste Schritte für eine solche Ausbildung gehen könne, aller Unterstützung wert, betonte Friedrich.
München, 12. Februar 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher

