Pressemitteilung vom 11. März 2010

Landesbischof: Auch im ländlichen Raum wird sich Kirche verändern

Die bayerische Landeskirche wird auch in Zukunft am "Netz von Gemeinden" im ländlichen Raum festhalten. Doch aufgrund des demographischen Rückgangs und der hohen Kirchenaustrittszahlen wird auch in den "evangelischen Kernlanden" das Netz lockerer werden, kündigte Landesbischof Johannes Friedrich heute vor haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Dekanats in Uffenheim an. Die Landeskirche rechne bis zum Jahr 2030 mit einem Rückgang der Kirchensteuern um 25%. Dem Abbau der Gemeindepfarrstellen im landesweiten Durchschnitt um 5%, wie ihn die Landessstellenplanung 2010 vorsieht, die im März der Synode zur Entscheidung vorgelegt wird, würden weitere Einschnitte folgen müssen.

Gleichzeitig hob Landesbischof Friedrich die "wegweisende, Identität stiftende Funktion" der Kirchengemeinden auf dem Land hervor. Häufig seien die Kirchengemeinden das einzig verbliebene "Sprachrohr und Stütze" der Dorfgemeinschaft.

Der Landesbischof rief dazu auf, den bevorstehenden Wandel aktiv aufzugreifen  und vor Ort zu prüfen, ob die Verkündigung des Evangeliums nicht dadurch gestärkt werden könne, dass die Grenzen der Gemeinden durchlässiger würden. Künftig sollten Kirchengemeinden auch verstärkt "im besten Sinne missionarisch" werden, und sich den Menschen zuwenden, die "an den Rändern unserer Gemeinden stehen und weniger Bindung zu ihr haben", so der Landesbischof. Hohe kirchliche Verbundenheit rechtfertige nicht immer eine besondere Zuwendung von kirchlicher Seite, betonte Friedrich.

München, 11. März 2010
Johannes Minkus, Pressesprecher


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