Pressemitteilung vom 1.1.2011

"Leidenschaftliches Engagement für das Gute ist Ausdruck menschlicher Würde": Neujahransprache von Susanne Breit-Keßler im Berliner Dom

Die Auseinandersetzung mit dem Bösen und der Kampf für das Gute sei Ausdruck menschlicher Würde und Freiheit, so die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler , in ihrer Neujahrespredigt im Berliner Dom. Breit-Keßler sprach über die Jahreslosung 2011 aus dem Römerbrief: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem".

Gutes geschehe, so Breit-Keßler, "wenn wir uns nach Kräften dafür einsetzen, dass der einzelne Mensch geachtet wird", etwa bei der medizinischen Versorgung von Frauen in Afrika oder bei aktivem Einsatz der Völkergemeinschaft für "Millionen von Flüchtlingen, die in Darfur in Völkermordlagern festgehalten werden". Soziale Probleme seien Indikatoren für geistige und kulturelle Defizite. Breit-Keßler forderte Respekt vor individuellen Lebensgeschichten und seelischen wie geistigen Bedürfnissen der Zeitgenossen. Auch materielle Not  müsse hierzulande und weltweit energisch bekämpft werden.

Eine passive Opferrolle sei ebenso wenig ein geeignetes Instrument zur Überwindung des Bösen wie Rache, betonte Breit-Keßler. Nötig sei vielmehr die Bereitschaft, "verletzlich, sensibel zu bleiben, weil man das Gute vor Augen hat". Helfen könne auch das Überraschungsmoment in einer Auseinandersetzung. Geduld, sachliche Argumente und manchmal glasklare Konfrontation könnten "sattsam vertraute Verhaltensmuster" unerwartet durchbrechen. Christsein bedeute eine täglich neue Herausforderung – und kein weichgespültes Verständnis von Religion.

Zur Eindämmung des Bösen, wie es  in brutaler Kriminalität und Terror begegne, sei darüber hinaus das Recht unabdingbar. Die Herrschaft des Rechts sei unerlässlich, "weil es immer Einzelne und Staaten geben wird, die sich und ihren Willen absolut setzen, andere unterwerfen, sie demütigen und vernichten wollen". Böses dürfe nicht mit Bösem beantwortet werden, sondern müsse mit dem "Gut des demokratischen Rechts" überwunden werden.

München, 1. Januar 2011
Johannes Minkus, Pressesprecher
     

 


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