Pressemitteilung vom 14.07.2008

100. Geburtstag von Landesbischof Dr. Hermann Dietzfelbinger
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich würdigt seinen Vorgänger im Bischofsamt 

Landesbischof Dr. Johannes Friedrich ehrte heute seinen Vorgänger im Bischofsamt, Dr. Hermann Dietzfelbinger anlässlich dessen 100. Geburtstags mit einem Kranz an seinem Grab auf dem Neustädter Friedhof in Erlangen.

Von bleibender Erinnerung, so Friedrich, sei Dietzfelbingers Entscheidung, am Ostermontag 1954 im Gotteshaus von Flossenbürg eine Erinnerungstafel an Dietrich Bonhoeffer anzubringen. „Gegen den damaligen Mainstream“ in der Kirche würdigte Dietzfelbinger Bonhoeffers Widerstand gegen die NS-Diktatur. „Dass wird sich im Gedächtnis der Kirche auf Dauer mit seinem Namen verbinden“, so Friedrich.

Dietzfelbinger habe sein Bischofsamt stets im Sinne der weltweiten lutherischen Kirche gesehen. 18 Jahre gehörte er dem Exekutivkomitee des Lutherischen Weltbundes an, und initiierte die Gründung des Straßburger Instituts für Ökumenische Forschung. Als weiteres Zeichen seiner ökumenischen Ausrichtung sei auch die Verleihung des Romano-Guardini-Preises der Katholischen Akademie Bayern zu verstehen.

Die Ausrichtung auf Ökumene und lutherische Weltfamilie bildeten nach Friedrichs Ansicht auch den Verständnishintergrund für Dietzfelbingers Nein zur Frauenordination in Bayern. Friedrich betonte, dass Dietzfelbingers damalige Sorge um eine „Zerreißprobe für die Kirche“ unbegründet war: „Heute lebt die Kirche wie selbstverständlich mit vielen ordinierten Schwestern im Amt bis hin zur Regionalbischöfin“.

Hermann Dietzfelbinger, am 14. Juli 1908 im unterfränkischen Ermerhausen geboren, war von 1955 bis 1975 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, von 1967 bis 1973 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dietzfelbinger verstarb am 15. November 1984 in München.

München, 14. Juli 2008
Johannes Minkus, Pressesprecher


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