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"Nicht immer den Starken mimen müssen"
Polizeibeamte können ihren Beruf als persönliche Belastung erleben. Dafür hat Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm beim Jahresgottesdienst für die Bayerische Polizei in München großes Verständnis gezeigt. "Sie fühlen sich ausgebrannt und sehen sich zerrieben zwischen dem Staat als Dienst- und Auftraggeber und der Bevölkerung, die ihnen oft mit Skepsis oder gar mit Aggression begegnet." Auch die Einsätze forderten den Beamten viel ab - etwa die Begleitung von Castor-Transporten, deren Notwendigkeit ihnen vielleicht selbst fragwürdig erscheine, oder das Überbringen von Todesnachrichten.
Erfahrungen aus der Notfallseelsorge
Er selbst kenne solche Gefühle genau, sagte Bedford-Strohm. Als Notfallseelsorger habe er oft mit der Polizei vor Wohnungstüren gestanden, um nach einem tödlichen Autounfall die Todesnachricht zu überbringen. Die erschreckten Augen der Angehörigen oder deren Schreie gingen einem auch Jahre später nicht aus dem Kopf.
Den Menschen, nicht die Institution sehen
Suizid sei eine der häufigsten Todesursachen im Polizeidienst, sagte der Bischof. "Das ist alarmierend. Und es kann und darf uns nicht gleichgültig sein. Und es darf nicht im Verborgenen bleiben." Viel zu häufig sehe die Gesellschaft nur die Institution "Polizei", aber nicht die Menschen, die dahinter stünden mit all ihren Sorgen, Nöten und Schwächen. Ein Mutmacher könne sein, "nicht immer den Starken mimen zu müssen" und offen Schwäche zeigen zu dürfen, sagte Bedford-Strohm.
Quelle: epd


