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Münchner Motettenchor serviert zum Jubiläum üppiges Musik-Menü
"Unser Jubiläumsprogramm gibt einen Einblick in die historische Entwicklung des Chores", sagte der künstlerische Leiter Hayko Siemens in München vor Journalisten. Der fast 100-köpfige Münchner Motettenchor, der sein 50-jähriges Bestehen feiert, verfüge über ein breites Repertoire. Zu seiner Identität gehöre es, auch seltene Werke aufzuführen. Dies sei in finanziell schwierigen Zeiten nicht selbstverständlich. Auch an Nachwuchs mangele es nicht: Fast jeden Monat meldeten sich junge Sängerinnen und Sänger zum "Vorsingen" an, so Siemens.
Den Auftakt des Festprogramms bilde am 12. November Verdis "Requiem". Am 5. Dezember folge die Uraufführung des Werkes "Orbe rotundo" von Enjott Schneider. Das Werk wurde eigens für das Jubiläum als zeitgenössisches Pendant zur "Carmina Burana" von Carl Orff komponiert. Ein weiterer Höhepunkt sei die Münchner Erstaufführung von Wilfried Hillers "Der Sohn des Zimmermanns" am 14. März 2011, erklärte Siemens. Das geistliche Spiel beleuchte in sieben Szenen bedeutungsvolle Episoden aus dem Neuen Testament.
Alle sechs Bach-Kantaten
Der Münchner Motettenchor wurde am 14. Dezember 1960 von Hans Rudolf Zöbeley (1931-2007) in der evangelischen Bischofskirche St. Matthäus gegründet. Die erst kürzlich renovierte Kirche solle künftig verstärkt für Konzerte genutzt werden, kündigte Siemens an. Am 31. Dezember werde dort das Weihnachtsoratorium von Bach aufgeführt. Vom 25. Dezember bis 6. Januar sollen im Rahmen einer Gottesdienst-Reihe mit Landesbischof Johannes Friedrich in der Kirche alle sechs Bach-Kantaten zu hören sein. Diese von Bach selbst gewollte "zyklische und liturgische Gesamtaufführung" finde so erstmals in München statt, sagte Siemens.
Für 2011 seien außerdem ein Abend mit dem Bläserensemble des Motettenchors und ein Freiluftkonzert mit Antonin Dvo*áks "Geisterbraut" im Brunnenhof der Residenz geplant. Ehemalige Chormitglieder können am "Kantate"-Wochenende (21.-22. Mai 2011) mehrchörige Werke einstudieren und im Gottesdienst aufführen.
Quelle: epd

