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Mit Gottvertrauen Krisen meistern

Landesbischof Dr. Johannes Friedrich

Der Jahreswechsel ist für viele Menschen eine gute Gelegenheit, zu überlegen, was die nächsten zwölf Monate bringen werden: Wird das neue Jahr leichter oder schwerer werden? Überwiegen die Hoffnungen? Oder eher die Sorgen und Ängste?

Noch ist das Jahr 2009 ganz neu, doch manche Sorgen aus dem alten Jahr begleiten uns: Wie wird sich die Finanzkrise weiterentwickeln? Wird es zu einer wirklichen Wirtschaftskrise werden? Wird die Rezession spürbar? Wird die Arbeitslosigkeit wieder ansteigen? Werde ich meinen Job verlieren? Oder mein Vermögen?

Gerade die letzten Wochen haben uns wieder bewusst gemacht, wie bedroht Frieden und Sicherheit auf der Welt sind: Überall gibt es Bomben und Terroranschläge.

Der Anschlag im bis dahin von terroristischen Attacken verschonten Indien hat viele besonders erschreckt. Und wieder sind auch gezielt Juden Opfer geworden!
Wird man so etwas in Zukunft verhindern können? Bleiben wir in Deutschland davon verschont? Wie werden die Menschen in Israel, in den palästinensischen Gebieten und dem Gazastreifen, im Irak und Iran mit der tagtäglichen Gewalt leben können?

Auch wenn das Jahr neu und unberührt vor uns zu liegen scheint – wir können uns von unseren privaten und globalen Ängsten nicht frei machen.

Als Christ bin ich dankbar, dass ich mit meinen Sorgen nicht allein bin. Dass ich mich an Gott wenden kann, der mich hört, der mich versteht, der mich tröstet. Wenn ich zu ihm bete oder in der Bibel lese, dann werden meine Ängste geringer. Wenn ich bei Gott Trost suche, dann kann ich trotz all dieser Fragen fröhlich leben und von meinem Vertrauen in Gott etwas auf meine Mitmenschen ausstrahlen. Dabei hilft mir die Jahreslosung, ein Satz aus der Bibel, der als Überschrift über dem Jahr 2009 steht: "Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. (Lukas 18, 27)

Auch wenn ich mich also in einer Situation befinde, aus der ich nach menschlichem Ermessen unmöglich heil herauskommen kann: Bei Gott ist Rettung und Hilfe möglich. Gott will, dass wir leben – er will, dass wir seine Liebe spüren, auch in einem tiefen Tal unseres Lebens. Bei ihm ist nichts unmöglich. Das ist eine beruhigende Zusage. Ich danke Gott, dass Gott beständiger ist als alles Andere hier auf Erden, beständiger auch als all unsere Ängste. Ich darf, ich soll, ich werde leben auch wenn es mir unmöglich erscheint – das ist eine so großartige Zusage, dass ich alles tun will, damit auch andere Menschen leben können. Das ermuntert mich, anderen Menschen zu helfen, ihnen beizustehen, sie zu trösten, wenn sie in vielleicht noch größeren Nöten sind als ich.

Ich nehme mir vor: Wenn ich Angst habe, wenn die Sorgen zu groß werden, will ich an diesen Satz denken. Die Zusage Gottes: "Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich" diese Zusage seiner Liebe zu mir, zu jedem und jeder von uns, wird bestehen bleiben. Ich bete zu Gott, dass viele Menschen Gottes Liebe und seine heilvolle Macht erfahren dürfen und dass Gott sie alle mit seinem Segen reichlich beschenken möge – 2009 und weit darüber hinaus.

(Quelle: epd)