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Menschliches Miteinander

Die „Woche für das Leben“ ist eine Initiative, die der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz seit 19 Jahren gemeinsam tragen. Die Institutionen ermuntern Kirchenkreise, Bistümer und Gemeinden bundesweit zu gezielten Informationsveranstaltungen, bei denen respektvolles Miteinander im Mittelpunkt steht und untersucht werden soll, an welchen Stellen des Lebens die Menschenwürde in Gefahr ist. Das Spektrum reicht von Gesprächsforen und -podien in den Gemeinden über Ausstellungen, Diskussionsrunden, Tage der offenen Tür in sozialen Einrichtungen bis hin zu ökumenischen Gottesdiensten. Die nächste „Woche für das Leben“ findet vom 25. April bis zum 2. Mai 2009 statt.

Das konkrete Leitthema der Jahre 2008, 2009 und 2010 lautet: „Gesund oder krank – von Gott geliebt“. Während man dazu im vergangenen Jahr den Gesundheitsbegriff hinterfragte, steht 2009 nun unter diesem Motto: „Gemeinsam mit Grenzen leben“ – wie sich gesunde und kranke Menschen authentisch-solidarisch begegnen können.

Die Auftakt-Veranstaltung ist am 25. April in Lüneburg. Zur Eröffnung steht um 11 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der St. Nicolai-Kirche auf dem Programm, danach unter anderem ein Podium im Rathaus, das herausarbeiten will, welche menschlichen Fertigkeiten man braucht, um einen liebevollen Umgang mit Grenzen zu gestalten (14 bis 15 Uhr). Zu den Gesprächsteilnehmern zählen der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Dr. Wolfgang Huber, sowie der Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle.

Eine andere Veranstaltung am 28. April in Augsburg behandelt ein Altersleiden: „Grenzen überschreiten – gutes Leben mit Demenz“ so lautet der Titel des Referats im Haus St. Ulrich / Evangelisch-Lutherische Pfarrkirche St. Ulrich. Theologe Dr. Heiner Aldebert, 49, verdeutlicht dabei, wie stark ein Familiensystem durch die Krankheit Alzheimer aus ihrer Alltagsbalance geraten kann. Geistesgeschichtliche und medizinische Hintergründe sollen dabei ebenso beleuchtet werden wie Deutungsperspektiven, die sich aus Sicht des christlichen Glaubens ergeben. Dr. Aldebert ist seit 2004 Inhaber der Koordinationsstelle Medizinethik der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern am Institut Technik/Technologie/Naturwissenschaften (TTN) an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ist unter anderem Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen zum Thema Demenz und seit 2000 Privatdozent für Praktische Theologie an der Universität Erlangen/Nürnberg. Aldeberts einstündiges Referat mit anschließendem Podiumsgespräch in Augsburg beginnt um 16.30 Uhr.

Menschliches Miteinander soll aber nicht nur theoretisch vermittelt und demonstriert werden, sondern auch ganz praktisch. So unternimmt die sozial ausgerichtete Hermann-Reske-Schule der Lobetalarbeit e.V., die unter anderem Behinderten- und Altenhilfe anbietet, einen Staffellauf durch die Landkreise Celle, Uelzen, Lüneburg und Soltau-Fallingbostel. Jeder Schüler, zusammen mit einem Mitarbeiter, läuft eine Strecke von drei bis zehn Kilometer und gibt dann den Staffelstab an die nächsten Läufer. Ziel ist es, den Schülern und Mitarbeitern Grenzerfahrungen aufzuzeigen und geistig behinderte Menschen beim Langstrecken-Dauerlauf mit Erfolgserlebnissen zu beschenken. Die Schule begrüßt es, wenn Interessierte die jungen Jogger auf einigen Abschnitten begleiten und (auf eigene Verantwortung) mitlaufen. Wer Lust hat und mitmachen will, meldet sich einfach bei Peter Schulze von der Lobetalarbeit unter Tel.: 05141 / 40 12 45 oder Tel.: 0176 / 232 627 81. Die Mitglieder der „Sonnenstrahlen“, der Chor der Bewohner Lobetals, gestalten den Eröffnungsgottesdienst am 25. April in Lüneburg übrigens mit.

Weitere Informationen über die „Woche für das Leben“ gibt es im Internet. www.woche-fuer-das-leben.de