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"Damit der Glaube wieder zündet"
Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat sich für eine konsequente Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ausgesprochen. "Alles muss auf den Tisch" und die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Kasper am Sonntagabend vor Journalisten in Weiden vor Beginn der evangelischen Landessynode.
Der Missbrauchsskandal sei für die Kirche eine schwere Krise, vor allem eine Vertrauenskrise, so Kasper. Die Kirche werde lange brauchen, bis sie das Vertrauen wieder zurückgewinnen werde. Deshalb sei es nötig, ehrlich und transparent aufzuklären und den Opfern zu helfen. Der Missbrauch sei jedoch nicht allein ein Problem der Kirche, fügte Kasper hinzu. Er forderte zudem mehr Prävention.
Kirche muss sprachfähiger werden
Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, der im Gottesdienst zur Eröffnung der bayerischen evangelischen Landessynode in Weiden predigte, warb für eine Neuevangelisierung des Glaubens. "Die Menschen wissen nicht mehr, was in der Bibel steht", beklagte Kasper und warb für gemeinsame Bibelarbeiten zwischen Christen und das gemeinsame Gebet. Kirchliche Strukturen schafften keine Begeisterung. "Damit der Glaube wieder zündet" müsse die Kirche wieder sprachfähiger werden.
Es gebe mehr Gemeinsamkeiten zwischen Katholiken und Protestanten, "als das, was uns trennt", unterstrich Kasper. Bei der bis Donnerstag tagenden bayerischen Landessynode der rund 2,6 Millionen Protestanten ist die Ökumene das Schwerpunktthema.
Lesen Sie hier die kompette Predigt des deutschen Kurienkardinals Walter Kasper im Rahmen des Gottesdienstes zur Eröffnung der bayerischen evangelischen Landessynode in Weiden im Wortlaut!

