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"Laut werden lassen, was im Inneren schon da ist"

(c) www.bayern-evangelisch.de

Es ist erst ein paar Wochen her, da beging sie ihr 300-jähriges Jubiläum: die Pfarrkirche St. Martin in Kleinheubach im Dekanat Aschaffenburg. Und es war der Landesbischof höchstselbst, der diesen feierlichen Akt Anfang Juli zum Anlass nahm, einmal ein kräftiges Loblied auf das „Markenzeichen des evangelischen Gottesdienstes“ anzustimmen: auf die Kirchenmusik.

Denn die Kleinheubacher bejubelten nicht nur ihr so langjähriges Bestehen, sondern zugleich die Einweihung einer neuen Barock-Orgel, der klingenden Schöpfung des Kleinheubacher Orgelbauers Johann Christian Dauphin aus dem Jahr 1710, welche die Kirchengemeinde rekonstruiert hatte, um ihre Besucher künftig umso erfreuter lauschen zu lassen.

„Es werden Menschen erreicht, die sonst von der Boschaft vom Kreuz nicht erfahren hätten“

Wie stark Musik das sinnliche Erleben des Gottesdienstes beeinflusst, welcher Sog davon ausgeht, hatte Dr. Johannes Friedrich denn in seiner Ansprache in St. Martin bekräftigt; Kirchenmusik übe eine Faszination auch auf Menschen aus, „die sich der Kirche nur entfernt oder gar nicht verbunden wissen“, so der Landesbischof. Und: mit dem gesungenen und musiziertem Evangelium in der Tradition Johann Sebastian Bachs würden viele Menschen erreicht, die sonst „von der Botschaft vom Kreuz nicht erfahren hätten“, betonte Friedrich.

Kirchenmusik berührt die Seele. Wer auf einer Kirchenbank gesessen und sich dem Rausch eines Orgelkonzertes hingegeben hat, kann das bestätigen. Entsprechend thematisiert„bayern-evangelisch.de“, das Portal der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, den Wert von Kirchenmusik für die Menschen; auf den Seiten ist unter anderem das Ergebnis einer Stellungnahme der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) nachzulesen, in der die EKD einmal mehr feststellt: „Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen ermutigen Menschen dazu, laut werden zu lassen, was im Innern schon da ist und Echo zu sein für den Klang des Evangeliums. Kirchenmusik ist Antwort auf Gottes Wort. Als solche wird sie selbst Verkündigung und ruft zum Glauben.“ Eine vielgestaltige Kirchenmusik sei ein wesentliches „Alleinstellungsmerkmal“ der evangelischen Kirche.

"Musik nicht lediglich Ausschmückung des Gottesdienstes"

Ein Ausdruck, der zunächst ein wenig wuchtig daher kommt; als gäbe Kirchenmusik nur in der evangelischen Kirche den Ton an. Friedemann Hebart, 70, Honorar-Professor an der Hochschule für Kirchenmusik in Bayreuth, differenziert den Begriff „Alleinstellungsmerkmal“ insoweit, dass die evangelische Kirche ihrer Musik seit Martin Luther und der Reformation den Stellenwert eines „besonders prägnanten Merkmales“ zuweise. „Sie wird nicht ausschließlich als Lobpreis Gottes, geschweige denn als Ausschmückung eines Gottesdienstes gesehen; vielmehr ist die Musik selbst Träger und Instrument der Botschaft von Jesus Christus. Sie zielt auf das Heilsein des Menschen an Leib, Seele und Geist“, erklärt Hebart.

Wer diesen klanglichen Träger in Bälde persönlich auf sich wirken lassen will, wird in unserem Veranstaltungskalender „Solideo“ fündig, der eine Reihe kirchlicher Konzerte in Bayern auflistet; zum Beispiel das Orgelkonzert am kommenden Samstag, 21. August,  in der Karmelitenkirche am Rathausplatz in Bad Neustadt unter dem Motto „Zuhören – Entspannen – Nachdenken“. Beginn ist um 11 Uhr!

Weitere Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungkalender „Solideo“!

Weitere Informationen zum Thema Kirchenmusik finden Sie auf unseren Seiten!

Text: Almut Steinecke